Der AgiBot G2 ist ein rund 1,75 Meter hoher, etwa 185 Kilogramm schwerer mobiler Zweiarmroboter auf Rädern. Ein deutscher Händler nennt 138.955,95 Euro netto. Der bislang konkretste Fabriknachweis ist eine Longcheer-Installation an Tablet-Teststationen; Kennzahlen stammen aus der gemeinsamen Herstellerkommunikation.

Der G2 ist kein zweibeiniger Humanoid. Er kombiniert einen menschenähnlichen Oberkörper mit zwei Armen und einer mobilen Basis. Diese Architektur ist für ebene Produktionsflächen plausibel: Sie vermeidet das Energie- und Stabilitätsproblem des Laufens und konzentriert die Hardware auf Manipulation, Wahrnehmung und Schichtbetrieb.

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In diesem Artikel

Technische Kerndaten

Bereich Öffentliche Angabe Einordnung
Bauform mobile Basis, zwei 7-DoF-Arme, 3-DoF-Taille für mobile Manipulation auf ebenen Böden
Größe/Gewicht ca. 175 cm / 185 kg schwerer Industrieaufbau; Transport und Bodentragfähigkeit prüfen
Schutz IP42 begrenzt gegen feste Fremdkörper und Tropfwasser; keine Nassumgebung ableiten
Sensorik Dual-LiDAR, RGB-D, RGB-Kameras, Ultraschall, Mikrofonarray 360-Grad-Wahrnehmung als Systemclaim
Arme Kraftregelung und Drehmomenterfassung für Einsetzen, Ausrichten und Materialhandling positioniert
Rechner NVIDIA Jetson Thor T5000 in aktueller Darstellung Konfiguration im Angebot festschreiben

Preis und Beschaffung

Unchained Robotics listet den G2 für 138.955,95 Euro ohne Mehrwertsteuer und nennt Leasing beziehungsweise Ratenzahlung ab 1.000 Euro pro Monat. Diese Zahlen sind Momentaufnahmen eines Händlers. Ein belastbarer Vergleich benötigt Lieferumfang, Greifer, Softwarelizenzen, Installation, Abnahme, Schulung, Garantie und Service-Level.

Bei 185 Kilogramm entstehen andere Betriebsfragen als beim X2: sichere Transportwege, Not-Halt, Bremsweg, Lastgrenzen, Kollisionsschutz, Lade- oder Batteriewechselprozess und Evakuierung bei Störung. Ein Pilotbudget muss auch Schutzkonzept, Netzwerkintegration und Produktionsstillstand berücksichtigen.

Longcheer: Was wirklich dokumentiert ist

AgiBot und Longcheer meldeten im April 2026 mehrere G2 in laufenden Tablet-Produktionslinien. Die Roboter sollen an MMIT-Teststationen Tablets aufnehmen, in Vorrichtungen platzieren und fertige beziehungsweise fehlerhafte Einheiten sortieren. Genannt werden bis zu 310 Einheiten pro Stunde, etwa 19 bis 20 Sekunden Zykluszeit, über 99 Prozent Erfolgsrate, rund 3.000 Einheiten pro Schicht und mehr als 140 kumulierte Betriebsstunden.

Das ist detaillierter als eine Bühnenvorführung und benennt Kunde, Aufgabe und Kennzahlen. Dennoch bleibt es eine gemeinsame Pressemitteilung der beteiligten Parteien. Nicht veröffentlicht sind Rohdaten, Zahl der Roboter, exakte Messmethode, Eingriffsrate, Fehlerklassen, Vergleichslinie, Schichtlänge und unabhängige Prüfung. Der Ausdruck „24/7“ beschreibt eine unterstützte Betriebsweise; 140 kumulierte Stunden sind noch kein monatelanger Dauerbetrieb.

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G2, G2 Max und G2 Air nicht vermischen

Die G-Familie wird laufend erweitert. G2 Max und G2 Air sind eigenständige Varianten und dürfen nicht stillschweigend dieselben Maße, Nutzlasten oder Rechenmodule erhalten. Der G2 Air wurde beispielsweise als schlankere Industrieplattform mit 7-DoF-Arm, 3 Kilogramm Nutzlast, 750 bis 800 Millimeter Reichweite, unter 800 Millimetern Breite und mindestens 1,5 m/s beschrieben. Angebote müssen die vollständige Modellbezeichnung und Hardwarekonfiguration enthalten.

Wann ist der G2 die richtige Wahl?

  • Wenn der Prozess auf ebenen Hallenflächen stattfindet und mobile Manipulation verlangt.
  • Wenn wechselnde Produktvarianten klassische Sondermechanik teuer machen.
  • Wenn ein Integrator die Aufgabe mit messbaren Abnahmekriterien entwickeln kann.

Für extrem schnelle, vollständig deterministische Einzelaufgaben bleibt klassische Automation oft überlegen. Der G2 muss seinen Mehrwert über Flexibilität, Umrüstzeit oder mehrere Aufgaben belegen. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte nicht Menschen „ersetzen“, sondern Zyklus, Verfügbarkeit, Ausschuss, Betreuung und Prozessänderungen vergleichen.

Häufige Fragen

Ist der G2 autonom?

Für den Longcheer-Prozess wird autonome Ausführung mit minimaler Intervention behauptet. Ohne veröffentlichte Eingriffsdefinition lässt sich daraus kein allgemeiner Autonomiegrad ableiten.

Ist IP42 industrietauglich?

IP42 kann für trockene Innenbereiche passen, ist aber keine pauschale Freigabe für Staub, Flüssigkeiten oder Reinraum. Die konkrete Risikobeurteilung entscheidet.

Ersetzt ein G2 mehrere Mitarbeitende?

Die Herstellerseite formuliert diesen Nutzen. Für eine seriöse ROI-Rechnung braucht es jedoch lokale Zeitstudien, Schichtmodell, Betreuung, Wartung, Ausschuss und Alternativkosten.

Weiter im AgiBot-Dossier

Quellen

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Nico Nuss [Bildinhalt mit KI erstellt]

Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit Mobile Computing und Automatisierungssoftware. Seine langjährige Erfahrung und sein ausgeprägtes Interesse an Zukunftstechnologien bilden die Grundlage seiner Arbeit zu Robotik und künstlicher Intelligenz.