Der Unitree G1 EDU ist kein einzelner Roboter mit festem Preis. Die Forschungs- und Ausbildungsversion des humanoiden G1 wird in mehreren Ausstattungen angeboten. Beim deutschen Händler Terra Robotics reicht die Variantenliste von U1 bis U10; der dort angezeigte Preis von 45.885 Euro ohne Mehrwertsteuer bezieht sich auf die ausgewählte Variante U7. Wer den G1 EDU kaufen oder für ein Labor beschaffen will, sollte deshalb zuerst die konkrete Konfiguration prüfen – insbesondere Hände, Freiheitsgrade, Rechenleistung und Entwicklungszugang.
In diesem Artikel
Was unterscheidet den Unitree G1 EDU vom normalen G1?
Unitree positioniert den G1 EDU für Forschung, Lehre und eigene Softwareentwicklung. Das ist ein entscheidender Unterschied zum regulären G1: Im offiziellen Unitree-Shop wird für die Basisversion ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie keine sekundäre Entwicklung unterstützt. Der auf der Herstellerseite genannte Einstiegspreis von 13.500 US-Dollar gilt für den G1 Basic und darf nicht als Preis des G1 EDU verstanden werden. Für EDU-Konfigurationen verweist Unitree auf den Vertrieb.
Der EDU ist damit vor allem eine Plattform für Teams, die Bewegungssteuerung, Wahrnehmung oder Manipulation erforschen. Ob eine bestimmte Anwendung sofort funktioniert, ergibt sich daraus nicht: Softwarestand, Endeffektoren, Sicherheitskonzept und Umgebung sind genauso wichtig wie die Hardware.
Unitree G1 EDU: technische Daten mit Konfigurationsvorbehalt
Die offizielle G1-Produktseite von Unitree nennt für die EDU-Reihe die folgenden Eckdaten. Nicht jede Option gehört zu jeder Variante:
| Merkmal | Herstellerangabe | Worauf Käufer achten sollten |
|---|---|---|
| Abmessungen | Etwa 132 × 45 × 20 cm | Angabe für stehende Konfiguration laut Unitree |
| Gewicht | Ab etwa 35 kg | Kann mit Ausstattung steigen |
| Freiheitsgrade | 23 bis 43 | Abhängig von Variante und Händen |
| Sensorik | Tiefenkamera und 3D-LiDAR | Zusätzliche taktile Sensorik ist optional |
| Akku | Schnell wechselbarer 13S-Akku mit 9.000 mAh; etwa zwei Stunden Laufzeit | Praxisdauer hängt von Aufgabe und Belastung ab |
| Rechenleistung | 8-Kern-CPU; optionales |
Ausgewählte Compute-Ausstattung schriftlich bestätigen lassen |
| Hände | Optionale Dex3-1-Dreifingerhände und taktile Sensoren | Lieferumfang der konkreten SKU prüfen |
Unitree nennt zudem bis zu 120 Nm maximales Kniedrehmoment und ungefähr 3 kg Armlast, abhängig von der Körperhaltung. Diese Zahlen sind keine Zusage, dass der Roboter beliebige Gegenstände dauerhaft und autonom handhaben kann.
U1 bis U10: Warum die Variante den Unterschied macht
Die Terra-Robotics-Produktseite listet zehn EDU-Konfigurationen. Ihre Tabelle ordnet U1 23 und U2 29 Freiheitsgrade zu; U3 und U4 werden mit 43, U5 bis U7 mit 41 Freiheitsgraden aufgeführt. Für U8 bis U10 nennt der Händler weitere Kombinationen, markiert diese im Shop aber als nicht verfügbar. Das illustriert, weshalb „der G1 EDU“ ohne Variantenkennung für einen Preis- oder Leistungsvergleich zu ungenau ist.
Auch die Handkonfiguration ist kein Detail: Einfache Endeffektoren, dreifingrige Hände und andere Greifer-Optionen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die von Unitree dokumentierte Dex3-1-Hand hat sieben aktive Freiheitsgrade je Hand – drei am Daumen und je zwei an Zeige- und Mittelfinger. Wer Greifversuche plant, sollte die konkrete Hand, taktile Ausstattung und unterstützte Schnittstellen vor dem Kauf bestätigen lassen.
Preis: Was bedeuten die 45.885 Euro?
Beim Aufruf der Händlerseite ist U7 ausgewählt. Für diese Variante zeigt Terra Robotics 45.885 Euro ohne Mehrwertsteuer an. Der Wert ist weder ein allgemeiner EDU-Einstiegspreis noch ein verlässlicher Preis für U1, U2 oder andere Ausstattungen. Hinzu kommen gegebenenfalls Steuer, Versand und projektspezifische Leistungen. Für eine belastbare Beschaffung zählt daher ein schriftliches Angebot mit exakter Modellkennung und aufgeschlüsseltem Lieferumfang.
Händlerdaten und Herstellerblatt: Diese Abweichungen fallen auf
Der Händler nennt in einem allgemeinen Datenblock unter anderem 127 cm Höhe und 2,5 bis 3,5 Stunden Laufzeit. Unitrees aktuelle G1-Seite nennt dagegen rund 132 cm und etwa zwei Stunden. Auf derselben Händlerseite stehen außerdem variantenabhängige Freiheitsgrade neben einem pauschalen 23-DOF-Eintrag. Das muss nicht bedeuten, dass jede Händlerangabe falsch ist – Daten können sich auf andere Konfigurationen oder Messbedingungen beziehen. Ohne eindeutige Zuordnung sollte man solche Werte aber nicht zu einem einzigen „G1 EDU“-Datenblatt verschmelzen.
Unsere Empfehlung: Für technische Ausschreibungen zuerst die konkrete SKU festlegen, dann ein aktuelles Datenblatt des Herstellers und die schriftliche Bestätigung des Händlers für genau diese SKU anfordern. Ein Shoptext allein ersetzt diese Prüfung nicht.
Für wen lohnt sich der G1 EDU?
Interessant ist der G1 EDU vor allem für Hochschulen, Robotiklabore, Entwicklungsabteilungen und Ausbildungsumgebungen mit eigener technischer Betreuung. Der Mehrwert liegt in der programmierbaren humanoiden Plattform, nicht in einem versprochenen sofortigen Produktiveinsatz. Für Unternehmen, die nur eine fertige Pick-and-Place-Lösung suchen, kann ein spezialisierter Industriearm wirtschaftlicher und einfacher abzusichern sein.
Checkliste vor der Bestellung
- Exakte Variantenkennung und vollständigen Lieferumfang dokumentieren.
- Handtyp, Zahl der Freiheitsgrade und optionale taktile Sensoren bestätigen lassen.
- Compute-Modul, SDK-Zugang und unterstützte Software-Schnittstellen klären.
- Laufzeit unter der geplanten Belastung und Ersatzakku-Verfügbarkeit erfragen.
- Gesamtpreis einschließlich Steuer, Versand, Schulung, Support und Ersatzteilen vergleichen.
- Für den eigenen Einsatzort Risikoanalyse, Aufsicht und Sicherheitsmaßnahmen einplanen.
Häufige Fragen zum Unitree G1 EDU
Kann man den Unitree G1 EDU frei programmieren?
Die EDU-Linie ist für eigene Entwicklung vorgesehen. Welche Schnittstellen und Entwicklungsrechte in einer konkreten Variante enthalten sind, sollte das Angebot ausdrücklich nennen. Das unterscheidet sie vom regulären G1 Basic, für den Unitree keine sekundäre Entwicklung vorsieht.
Hat jeder G1 EDU geschickte Roboterhände?
Nein. Unitree bezeichnet seine Dex3-1-Dreifingerhände und taktilen Sensoren als Optionen. Der Händler führt zudem verschiedene EDU-Ausstattungen. Entscheidend ist die explizite Handkonfiguration der bestellten Variante.
Wie lange läuft der Akku?
Unitree nennt etwa zwei Stunden. Der Händler nennt in einem allgemeinen Datenblock 2,5 bis 3,5 Stunden. Für die Einsatzplanung ist eine Messung beziehungsweise schriftliche Angabe unter realistischen Aufgaben und mit der ausgewählten Ausstattung sinnvoller als ein einzelner Shopwert.
Wer zunächst die gesamte Modellfamilie vergleichen möchte, findet bei Alpha Bionic auch den Kaufratgeber zum Unitree G1.
Beitragsbild: KI-Illustration nach einer Produktreferenz des Unitree G1; kein Herstellerfoto.
Quellen
- Unitree: offizielle G1-Produktseite
- Unitree-Shop: G1 Basic und Hinweis zur EDU-Entwicklung
- Terra Robotics: G1-EDU-Varianten und Händlerangebot
Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit Mobile Computing und Automatisierungssoftware. Seine langjährige Erfahrung und sein ausgeprägtes Interesse an Zukunftstechnologien bilden die Grundlage seiner Arbeit zu Robotik und künstlicher Intelligenz.

![Unitree G1 EDU: Varianten, Preis und Daten im Faktencheck 1 [Bildinhalt mit KI erstellt] KI-Illustration des Unitree G1 EDU mit silbernem Gehäuse und blau umrandetem Visier in einem Robotiklabor [Bildinhalt mit KI erstellt]](https://alpha-bionic.info/wp-content/uploads/2026/10/unitree-g1-edu-labor-ki-illustration.png)
![Unitree G1 EDU: Varianten, Preis und Daten im Faktencheck 3 [Bildinhalt mit KI erstellt] Nico Nuss [Bildinhalt mit KI erstellt]](https://alpha-bionic.info/wp-content/uploads/2025/12/Nico-Nuss_1-150x150.jpg)