A3 und A3 Ultra sind Vollformat-Humanoiden für Bühne, Interaktion, Forschung und länger laufende Service-Szenarien. Der A3 wiegt 55 Kilogramm und wird mit bis zu zehn Stunden Ausdauer beworben; der A3 Ultra wiegt 60 Kilogramm, nennt acht Stunden Standard-Akkulaufzeit, 700 TOPS und 360-Grad-Sensorik. Beide Laufzeitwerte brauchen ein Lastprofil.

Der A3 ist sichtbar auf Performance ausgelegt: schnelle Bewegungen, Show, Markenauftritte und eine ausdrucksstarke Front. Der A3 Ultra ergänzt Sensorik, lokale Rechenleistung, präzisere Positionierung und Betriebsfunktionen. Daraus folgt aber nicht automatisch ein autonomer Dienstleistungsroboter. Die tatsächliche Anwendung entsteht erst durch Software, Prozessintegration und Sicherheitsfreigabe.

Anzeige
In diesem Artikel

A3 und A3 Ultra im Vergleich

Merkmal A3 A3 Ultra Redaktionelle Lesart
Höhe 173 cm 174 cm Vollformat
Gewicht 55 kg 60 kg Ultra mit zusätzlicher Hardware
Laufzeit bis 10 h 8 h Standardakku unterschiedliche Formulierung; nicht direkt vergleichbar
Akku Dualakku, 1.152 Wh, Hot Swap autonomes Laden und 10-Sekunden-Wechsel beworben Betriebsprozess und Zusatzhardware prüfen
Rechner nicht als 700-TOPS-System ausgewiesen 700 TOPS theoretischer Durchsatz, kein Aufgabenbenchmark
Wahrnehmung UWB und Interaktionssensorik LiDAR, mehrere RGB-D/RGB-Kameras, 360 Grad Ultra für Navigation und Umfelderfassung
Hände konfigurationsabhängig bis 20 DoF mit taktilen OmniHands Endeffektor und Tastsensorik im Angebot bestätigen

Die Laufzeitangaben richtig lesen

„Bis zu zehn Stunden“ beim A3 und „acht Stunden Standard Battery Life“ beim Ultra wirken widersprüchlich, müssen aber nicht dieselbe Messung beschreiben. Laufen, Tanzen, statisches Stehen, Rechenlast, Bildschirm, Sprache und Manipulation verbrauchen unterschiedlich viel Energie. Der Hersteller veröffentlicht auf den zitierten Seiten kein vollständiges gemeinsames Testprotokoll.

Für Beschaffung und Berichterstattung sollte daher nach einem eigenen Lastprofil gefragt werden: Anteil Bewegung, Last, Interaktion, Umgebungstemperatur, Funkverbindung, Rechenmodule und Lade-/Wechselpausen. Hot Swap ermöglicht längeren Betrieb nur, wenn geladene Ersatzakkus, Personal oder ein automatisierter Wechselprozess verfügbar sind.

Anzeige

A3 Ultra: 24/7 ist ein Systemziel, kein einzelner Akkutest

AgiBot verbindet die Ultra-Variante mit autonomem Laden, schnellem Batteriewechsel und unbeaufsichtigtem Betrieb. Solche Funktionen können eine Flotte kontinuierlich verfügbar machen, bedeuten aber nicht, dass ein einzelner Roboter achtundzwanzig Stunden ohne Pause arbeitet. Wartung, Recovery, Sicherheitsereignisse und Aufgabenfehler bleiben Teil des Betriebs.

Der Store weist außerdem darauf hin, dass reale Anwendungen nicht standardmäßig aktiviert sind und Sekundärentwicklung erfordern. Das ist ein wichtiger Gegenpol zu Produktvideos: Hardwarefähigkeiten sind noch kein fertiger Empfangs-, Guide- oder Produktionsworkflow.

Bühne, Service oder Forschung?

Für Show und Event zählen Bewegungsqualität, Transport, Aufbauzeit, Choreografie, Geräusch und sichere Abstände. Der A3 unterstützt laut Hersteller präzise Koordination von mehr als 100 Einheiten und kann sich in seine Transportbox hinein- und herausbewegen. Diese Angaben sollten bei Veranstaltungen mit Notfallplan, Funkstörungen und manueller Übernahme getestet werden.

Für Service zählen Navigation, Dialog, Datenschutz, Barrierefreiheit und Recovery. Für Forschung sind offene Schnittstellen, Datenexport, Simulator, Reproduzierbarkeit und Zugriff auf Regelkreise wichtiger als Bühnenbewegungen. Der A3 kann dieselbe Hardwarebasis liefern, doch die Bewertung ist pro Use Case neu.

Preis und Verfügbarkeit

Auf den offiziellen Produktseiten steht kein verlässlicher deutscher Endpreis. Angebote sollten die genaue Variante, Hände, Akkus, Ladeinfrastruktur, Softwaremodule, SDK-Zugang, Zertifikatsunterlagen, Schulung, Reise- und Integrationskosten enthalten. Ein Preis ohne Lieferumfang ist bei komplexer Robotik kaum vergleichbar.

Häufige Fragen

Ist der A3 Ultra einfach der schnellere A3?

Nein. Der Schwerpunkt liegt auf Sensorik, Rechenleistung und Betriebsfunktionen; selbst Laufzeitangaben sind anders formuliert.

Beweisen 700 TOPS eine bessere Autonomie?

Nein. TOPS misst theoretischen Rechendurchsatz. Entscheidend sind Erfolgsrate, Latenz, Eingriffe und Verhalten außerhalb trainierter Situationen.

Kann der A3 allein eine Show durchführen?

Choreografie und Flottensteuerung sind vorgesehen. Für reale Events bleiben Aufsicht, Sicherheitskonzept und Recovery notwendig.

Weiter im AgiBot-Dossier

Quellen

Bewerte den Beitrag hier!
[Total: 1 Average: 5]
Anzeige
Nico Nuss [Bildinhalt mit KI erstellt]

Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit Mobile Computing und Automatisierungssoftware. Seine langjährige Erfahrung und sein ausgeprägtes Interesse an Zukunftstechnologien bilden die Grundlage seiner Arbeit zu Robotik und künstlicher Intelligenz.