Ein Bauteil liegt leicht verdreht auf dem Tisch. Jemand hält es fest, richtet es aus und setzt es in die Maschine ein. Für Menschen ist das Routine. Für Roboter wird es interessant, sobald Form, Lage oder Arbeitsschritt wechseln. Genau in solchen Situationen möchte fruitcore robotics aus Konstanz mit PLEXA One ansetzen: Der Industrie-Humanoid soll bewegliche Arme, eine optionale Fahrplattform und intelligente Steuerung zu einem anpassbaren System verbinden.

In diesem Artikel

News-Key: Das Wichtigste in Kürze

  • fruitcore robotics bietet PLEXA One als höchste Ausbaustufe einer modularen Industrieplattform an: vom einzelnen Arm bis zum mobilen System mit zwei Armen.
  • Der Hersteller nennt für PLEXA One bis zu 16 Achsen und eine Traglast von bis zu sieben Kilogramm je Arm.
  • Stationäre und mobile Varianten sollen unterschiedliche Arbeitsplätze und Aufgaben in Produktion und Logistik abdecken.
  • Wie gut das Konzept im täglichen Betrieb funktioniert, müssen konkrete Kundeneinsätze zeigen.

Ein Roboter, der zur Aufgabe passt

Der sympathische Gedanke hinter PLEXA One ist seine Anpassbarkeit. Nicht jede Fabrik braucht einen Roboter, der durch die Halle fährt. Manchmal reichen zwei Arme an einer Maschine, manchmal ist ein einzelner Arm die vernünftigere Wahl. Die Industrial Humanoid Platform von fruitcore robotics umfasst genau diese Abstufungen: stationäre Roboterarme, integrierte Zweiarm-Systeme und den mobilen PLEXA One.

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Wer schon einmal ein Werkstück mit einer Hand fixiert und mit der anderen ein Teil eingesetzt hat, versteht den Reiz der Zweiarm-Variante sofort. Ein Arm könnte halten, während der andere greift, prüft oder montiert. Solche Bewegungen sind für Maschinenbestückung, Montage und das Handling unterschiedlicher Bauteile interessant. Die menschenähnliche Oberkörperform hat hier einen praktischen Zweck: Sie eröffnet Bewegungen, die ein einzelner fest montierter Arm nur schwer abdecken kann.

Für PLEXA One gibt fruitcore bis zu 16 Achsen und bis zu sieben Kilogramm Traglast pro Arm an. Die mobile Ausführung nutzt eine autonome Fahrplattform. Dadurch könnte ein Roboter mehrere Arbeitsplätze anfahren, wenn die Wege, Sicherheitsbereiche und Aufgaben entsprechend vorbereitet sind. Die stationäre Version eignet sich dagegen für Prozesse, bei denen der Arbeitsplatz feststeht und jeder Handgriff gut geplant werden kann.

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Bewährte Robotik als Fundament

fruitcore baut die Plattform auf Technik seiner HORST-Industrieroboter auf. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem reinen Forschungsaufbau: Für den Einsatz in der Industrie zählen Wartbarkeit, Wiederholbarkeit und die Einbindung in bestehende Anlagen mindestens so sehr wie eine eindrucksvolle Vorführung. Der Hersteller verweist auf mehr als 1.300 installierte Robotersysteme aus seiner bisherigen Produktfamilie. Diese Zahl beschreibt die Erfahrung mit den Komponenten; sie ist keine Angabe zu bereits eingesetzten PLEXA-One-Systemen.

Zur Hardware kommen das Betriebssystem horstOS und der sogenannte Intelligence Layer PLEXA Core. Die Software soll Roboter, Sensorik, Greifer und Prozesse zusammenführen. Gerade bei wechselnden Bauteilen kann das wertvoll werden: Der Roboter muss erkennen, was vor ihm liegt, eine passende Bewegung wählen und auf Abweichungen reagieren. Wie selbstständig und zuverlässig das unter Produktionsbedingungen gelingt, lässt sich erst an dokumentierten Anwendungen beurteilen.

Ein mögliches Szenario macht den Nutzen greifbar: Vormittags bestückt ein Roboter eine Maschine mit einer kleinen Serie, später übernimmt er an einer anderen Station das Sortieren ähnlicher Teile. Für einen solchen Wechsel müssten Greifer, Bewegungsabläufe und Sicherheitsregeln passend eingerichtet sein. Ob PLEXA One diese Umstellung tatsächlich schneller und günstiger ermöglicht, ist eine Frage für die Praxis. Gerade diese Nähe zu konkreten Arbeitsabläufen macht die Plattform für Betriebe spannend.

Warum PLEXA One neugierig macht

Viele Unternehmen haben Aufgaben, die für eine klassische feste Automationszelle zu variantenreich sind. Menschen springen dann zwischen Maschinen, richten Teile nach oder übernehmen kleine Montageschritte. PLEXA One zielt auf genau diese Lücke. Die Plattform verspricht, Beweglichkeit und industrielle Robotik so zu kombinieren, dass Betriebe eine Lösung für ihren konkreten Ablauf zusammenstellen können.

Die entscheidenden Fragen sind nun sehr bodenständig: Wie schnell lässt sich ein neuer Arbeitsschritt einrichten? Wie sicher arbeitet das System neben Menschen und anderen Maschinen? Und lohnt sich die zusätzliche Beweglichkeit gegenüber einer einfacheren Lösung? Wenn fruitcore diese Fragen mit nachvollziehbaren Einsätzen beantwortet, könnte PLEXA One zu einem besonders interessanten Industrie-Humanoiden aus Deutschland werden.

Bild: fruitcore robotics / Alpha Bionic. Herstellerabbildung redaktionell bearbeitet.

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