Ein MIT-Mini-Flugroboter mit nur 750 Milligramm Masse schafft zehn aufeinanderfolgende Saltos in elf Sekunden. Er erreicht im Labor bis zu 1,97 Meter pro Sekunde. Das ist ein bemerkenswerter Fortschritt bei der Flugregelung – aber noch kein frei fliegender, autonomer Rettungsroboter.
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Was der Mini-Flugroboter tatsächlich leistet
Der in Science Advances beschriebene Forschungsprototyp misst etwa 4 × 4 × 0,9 Zentimeter. Vier unabhängig angetriebene Flügel schlagen mit rund 330 Hertz. In den Versuchen demonstrierte das Team schnelle Richtungswechsel, Flugbahnen in X-Form und zehn Überschläge in elf Sekunden. Die höchste gemessene seitliche Geschwindigkeit betrug 197 Zentimeter pro Sekunde, die Beschleunigung 11,7 Meter pro Quadratsekunde.
Die oft zitierte Verbesserung um 447 Prozent bei der Geschwindigkeit und 255 Prozent bei der Beschleunigung bezieht sich auf einen Vergleich mit früheren subgrammschweren Flugrobotern. Sie bedeutet nicht, dass jeder Roboter durch KI pauschal entsprechend schneller wird.
Wie die KI-Steuerung funktioniert
Die Forschenden trainierten ein kompaktes neuronales Netz durch Imitationslernen: Es lernte Entscheidungen eines aufwendigen, robusten modellprädiktiven Reglers nachzuahmen. Im Flug aktualisiert die Steuerung ihre Befehle mit 1.000 Hertz. Die Kombination ermöglicht schnelle Korrekturen auch bei Böen und abrupten Manövern. „KI“ bezeichnet hier also eine spezialisierte Flugregelung, keine allgemeine Intelligenz und keine selbstständige Missionsplanung.
Die entscheidende Grenze: Kabel, Kameras und externe Rechenleistung
Der 750-mg-Prototyp wurde in einer Laborumgebung verfolgt: Sechs externe Motion-Capture-Kameras lieferten Positionsdaten, ein externer Rechner berechnete die Regelung, und die Energie kam über ein Kabel. Hochspannungsverstärker für die Aktoren standen ebenfalls außerhalb des Roboters. Der Versuchsaufbau beweist die Flugmanöver, nicht einen kabellosen Einsatz in Gebäuden oder im Freien. Das Kabel konnte bei Versuchen sogar die Flugbahn beeinflussen.
Für Anwendungen wie Inspektion oder Suche und Rettung müssten Energieversorgung, Sensorik und Rechenleistung auf dem Fluggerät Platz finden – bei weiterhin ausreichender Flugzeit und Zuverlässigkeit. Das ist eine andere, bislang nicht durch diese Saltos gelöste Aufgabe.
Ein Fortschritt von 2026 – aber ein anderer Roboter
Ein späteres Preprint aus dem Jahr 2026 beschreibt eine separate, schwerere Plattform mit 1,29 Gramm, integrierter Sensorik und Rechenleistung sowie Flügen außerhalb eines Motion-Capture-Bereichs. Sie ist nicht identisch mit dem 750-mg-Salto-Roboter; auch ihre Stromversorgung bleibt eine offene Entwicklungsfrage. Der Salto-Nachweis selbst stammt aus der 2025 veröffentlichten Facharbeit.
Häufige Fragen
Fliegt der MIT-Mini-Roboter ohne Kabel?
Nein. Die spektakulären Saltos wurden mit externer Stromversorgung, Kameras und Rechenleistung gezeigt.
Ist der Flugroboter bereits für Rettungseinsätze geeignet?
Nein. Solche Einsätze sind ein mögliches Forschungsziel, keine nachgewiesene Fähigkeit dieses Prototyps.
Bildhinweis: KI-generiertes Symbolbild eines vierflügeligen, kabelgebundenen Labor-Mikroroboters; keine Aufnahme des MIT-Originalgeräts.
Quellen: Facharbeit in Science Advances · MIT News · Preprint zur separaten Plattform · Anlassbericht bei Robots-Blog.
Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit Mobile Computing und Automatisierungssoftware. Seine langjährige Erfahrung und sein ausgeprägtes Interesse an Zukunftstechnologien bilden die Grundlage seiner Arbeit zu Robotik und künstlicher Intelligenz.

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