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AEON Next hat am 22. Oktober 2026 in Hachioji bei Tokio sein zweites automatisiertes Zentrum für Online-Lebensmittelbestellungen in Betrieb genommen. Die auffälligste Neuerung gegenüber dem ersten Standort in Chiba ist ein automatisiertes Tiefkühllager von Ocado. Roboter übernehmen dort die Ein- und Auslagerung gefrorener Waren. Für den Onlinehandel ist das ein konkreter Schritt vom angekündigten System zum eröffneten Logistikstandort – noch kein unabhängiger Nachweis der versprochenen Produktivität.

Aufmacherbild: KI-generiertes Symbolbild, keine Aufnahme der AEON-Anlage in Hachioji.

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Warum gerade der Tiefkühlbereich wichtig ist

Gefrorene Lebensmittel stellen Lagerbetreiber vor ein anderes Problem als trockene Ware: Jedes manuelle Heraussuchen bindet Menschen an sehr niedrige Temperaturen; zugleich müssen Produkte in einer stabilen Kühlkette bleiben. Nach Angaben von AEON Next lagert und entnimmt das neue „AutoFreezer“-System Tiefkühlware in einem dichten Raster. Die Technik soll Wege verkürzen und die Fläche besser nutzen. Im gekühlten Bereich kommen außerdem autonome Transportroboter von LexxPluss hinzu, die beladene Wagen bewegen.

Das neue Zentrum besitzt laut AEON Next rund 40.000 Quadratmeter Geschossfläche. Es ergänzt die 2023 eröffnete Anlage in Chiba und soll Bestellungen für den Onlinesupermarkt Green Beans bearbeiten. Anders als eine Vorführung im Labor ist Hachioji ein offiziell eröffneter Standort. Daraus folgt aber nicht, dass jede angekündigte Leistungszahl bereits im dauerhaften Kundenbetrieb erreicht wurde.

Die 2,7-fach-Angabe ist eine Erwartung

AEON Next erwartet bei den Ein- und Auslagerungsvorgängen im Tiefkühlbereich eine 2,7-mal so hohe Abwicklungskapazität wie bei der bisherigen Arbeitsweise in Chiba. Das Unternehmen nennt außerdem etwa halbierten Lagerflächenbedarf für die betroffenen Tiefkühlwaren und ein auf das 1,5-Fache vergrößertes Tiefkühlsortiment. Das sind unterschiedliche Bezugsgrößen: Vorgänge pro Zeit, belegte Fläche und Bestand. Keine dieser Angaben allein belegt niedrigere Kosten je ausgelieferter Bestellung.

Auch Ocado spricht von 2,7-fach schnellerer Verarbeitung. Beide Unternehmen sind Vertragspartner und damit keine voneinander unabhängigen Prüfinstanzen. Eine japanische Fachmeldung von Logistics Today bestätigt die Eröffnung und die technischen Eckdaten, liefert aber ebenfalls keinen externen Langzeitvergleich. Belastbar ist daher die Inbetriebnahme; die Leistungsverbesserungen bleiben zunächst Betreiberangaben beziehungsweise Prognosen.

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Worauf es im echten Betrieb ankommt

Die eigene Alpha-Bionic-Einordnung: Das wirtschaftlich interessante Detail ist weniger der einzelne Roboter als die Verschiebung menschlicher Arbeit aus der Tiefkühlzone heraus. Wenn Ware dicht gelagert und automatisch zum Entnahmepunkt gebracht wird, könnten Kältebelastung und häufige Türöffnungen sinken. Ob das zugleich Strom spart, hängt jedoch auch von Kühltechnik, Robotikverbrauch, Durchsatz und Auslastung ab. AEON nennt eine mögliche Entlastung; öffentlich zugängliche Messreihen dazu liegen bislang nicht vor.

Für europäische Lebensmittelhändler ist Hachioji deshalb ein relevantes Praxisbeispiel, aber keine fertige Wirtschaftlichkeitsrechnung. Vergleichbar wären erst Kennzahlen wie Bestellungen pro Stunde, Fehlerquote, Energie pro Bestellung, Wartungszeiten und tatsächliche Arbeitsstunden im Tiefkühllager. Auch die Personalersparnis darf nicht mit einem Wegfall sämtlicher Menschen im Prozess verwechselt werden: Anlieferung, Kontrolle, Störungsbehebung und Auslieferung bleiben eigene Arbeitsschritte.

Ocado liefert die Automatisierung für AEON; AEON betreibt den Handel. Das macht die Quelle für technische Daten aussagekräftig, begrenzt aber die Unabhängigkeit der Erfolgsbewertung. Der nächste Beleg wäre ein über mehrere Monate veröffentlichter Standortvergleich unter ähnlicher Nachfrage und gleichem Warensortiment. Bis dahin ist die präzise Nachricht: Der automatisierte Tiefkühlprozess ist an einem zweiten japanischen Kundenstandort angelaufen.

Quellen

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