Figure 03: Was der humanoide Roboter wirklich kann

Figure 03 – humanoider Roboter für Haushalt und Gewerbe [Bildinhalt mit KI erstellt]

Figure 03 soll Wäsche sortieren, Geschirr einräumen, Gegenstände transportieren und in Fabriken monotone Handgriffe übernehmen. Auf den ersten Blick wirkt der humanoide Roboter von Figure AI wie ein Haushaltshelfer, der kurz vor dem Marktstart steht. Ganz so weit ist die Technik noch nicht.

Der Roboter hat 2026 zwar deutliche Fortschritte bei Beweglichkeit, Greiftechnik und autonomem Arbeiten gezeigt. Gleichzeitig befindet sich Figure 03 weiterhin im industriellen Hochlauf. Einen bestätigten Verkaufspreis, einen regulären Bestellprozess oder einen verbindlichen Marktstart für deutsche Privathaushalte gibt es bislang nicht. Dieser Faktencheck trennt deshalb technische Daten, Hersteller-Demonstrationen und dokumentierte Praxiseinsätze sauber voneinander.

Datenstand: 23. Juli 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Figure 03 ist ein rund 1,73 Meter großer humanoider Allzweckroboter für Haushalt, Logistik und industrielle Prozesse.
  • Das System wiegt laut aktueller Produktspezifikation etwa 61 Kilogramm, trägt bis zu 20 Kilogramm und erreicht eine Laufzeit von bis zu fünf Stunden.
  • Die Helix-KI verbindet Kamerabilder, Sprachbefehle, Bewegungsplanung und die Steuerung des gesamten Körpers.
  • BMW bereitet 2026 einen industriellen Einsatz von Figure 03 für Sortier- und Sequenzierungsaufgaben im US-Werk Spartanburg vor.
  • Ein offizieller Kaufpreis oder Marktstart für Deutschland wurde noch nicht bekannt gegeben. Online kursierende Preisangaben sind Spekulationen.

Was ist Figure 03?

Figure 03 ist die dritte Generation eines humanoiden Roboters des US-Unternehmens Figure AI. Er wurde als elektrisch betriebener Allzweckroboter entwickelt, der sich in einer von Menschen eingerichteten Umgebung bewegen und dort unterschiedliche Aufgaben ausführen soll.

Die menschenähnliche Bauform ist kein reines Designmerkmal. Wohnungen, Lagerhallen und Produktionsanlagen besitzen Treppen, Türen, Regale, Arbeitsflächen und Werkzeuge, die für den menschlichen Körper ausgelegt wurden. Ein humanoider Roboter kann diese Infrastruktur theoretisch nutzen, ohne dass ein kompletter Arbeitsplatz umgebaut werden muss.

Genau darin liegt der Unterschied zu vielen klassischen Industrierobotern. Ein fest montierter Roboterarm beherrscht meist einen eng definierten Prozess. Figure 03 soll dagegen laufen, greifen, sprechen, Objekte erkennen und wechselnde Aufgaben übernehmen. Weitere Modelle und Entwicklungen finden sich in der Übersicht zu humanoiden Robotern.

Klartext: Figure 03 ist kein frei erhältlicher Roboter-Butler. Er ist eine fortgeschrittene Entwicklungs- und Produktionsplattform, die aktuell vor allem für industrielle Pilotprojekte und Hersteller-Demonstrationen eingesetzt wird.

Technische Daten von Figure 03

Bei den technischen Daten muss zwischen aktuellen Herstellerangaben und älteren, gerundeten Medienwerten unterschieden werden. In einigen Berichten werden noch ungefähr 1,68 Meter Körpergröße und 60 Kilogramm Gewicht genannt. Die aktuelle Produktspezifikation weist rund 1,73 Meter und 61 Kilogramm aus.

Merkmal Angabe zu Figure 03 Einordnung
Körpergröße ca. 1,73 Meter Etwa menschliche Körpergröße
Gewicht ca. 61 Kilogramm Leichter als Figure 02
Maximale Nutzlast bis zu 20 Kilogramm Herstellerangabe; abhängig von Bewegung und Aufgabe
Geschwindigkeit bis zu 1,2 m/s Entspricht etwa 4,3 km/h
Akkukapazität ca. 2,3 kWh Im Körper integrierter Akku
Laufzeit bis zu 5 Stunden Abhängig von Last, Bewegung und Einsatzprofil
Ladesystem induktiv, bis zu 2 kW Ladespulen befinden sich in den Füßen
Greifsensorik Tastsensoren ab etwa 3 Gramm Druck Soll rutschende oder empfindliche Objekte erkennen
Antrieb vollelektrisch Keine Hydraulik notwendig
Verkaufsstatus nicht regulär für Verbraucher erhältlich Kein bestätigter deutscher Marktstart

Die fünf Stunden Laufzeit bedeuten nicht, dass der Roboter nur fünf Stunden pro Arbeitstag eingesetzt werden kann. Figure 03 soll selbstständig eine Ladematte aufsuchen, Energie nachladen und danach weiterarbeiten. In einem realen Betrieb hängt die verfügbare Einsatzzeit daher von Ladefenstern, Wegstrecken, Nutzlast und Arbeitstakt ab.

Wie funktioniert die Helix-KI?

Das zentrale Steuerungssystem von Figure 03 heißt Helix. Es handelt sich um ein sogenanntes Vision-Language-Action-Modell. Vereinfacht gesagt verbindet Helix drei Fähigkeiten:

  1. Sehen: Kameras und Sensoren erfassen Objekte, Menschen, Abstände und Bewegungen.
  2. Verstehen: Das System interpretiert Sprachbefehle und ordnet eine Aufgabe in den aktuellen räumlichen Kontext ein.
  3. Handeln: Helix plant Bewegungen und steuert Beine, Oberkörper, Arme, Hände und Finger.

Ein Befehl wie „Räume diese Tassen in den Schrank“ besteht für den Roboter aus vielen einzelnen Problemen. Er muss Tassen von anderen Gegenständen unterscheiden, einen sicheren Greifpunkt finden, die benötigte Kraft abschätzen, den Schrank lokalisieren und mögliche Hindernisse umgehen. Dabei darf die Tasse weder herunterfallen noch zerdrückt werden.

Figure AI beschreibt Helix als lernendes System, das nicht für jede Bewegung mit festen Regeln programmiert werden muss. Das ist ein großer Schritt gegenüber klassischer Automation. Es bleibt jedoch ein Unterschied zwischen einer gelungenen Demonstration und einem dauerhaft fehlerfreien Betrieb in wechselnden Umgebungen.

Hersteller-Demo oder unabhängiger Nachweis?

Videos des Herstellers zeigen, welche Fähigkeiten unter den dargestellten Bedingungen möglich sind. Sie belegen nicht automatisch, dass jede Aufgabe in jeder Wohnung mit derselben Zuverlässigkeit funktioniert. Für eine belastbare Bewertung braucht es längere Einsätze, dokumentierte Fehlerquoten, unabhängige Tests und klar definierte Sicherheitsgrenzen.

Kameras, Hände und taktile Sensoren

Figure 03 besitzt ein überarbeitetes Kamerasystem. Gegenüber der Vorgängergeneration soll es die doppelte Bildrate, ein etwa 60 Prozent größeres Sichtfeld und eine deutlich geringere Latenz bieten. Eine geringe Latenz ist bei einem physischen Roboter besonders relevant: Zwischen dem Erkennen eines Hindernisses und der Reaktion dürfen keine langen Verzögerungen entstehen.

In beiden Handflächen sitzen zusätzliche Kameras. Sie liefern Nahaufnahmen, wenn die Sicht der Hauptkameras durch einen Schrank, eine Kiste oder den eigenen Arm verdeckt wird. Das hilft beispielsweise beim Greifen in ein Regal oder beim Sortieren eng beieinanderliegender Bauteile.

Auch die Finger wurden neu konstruiert. Weiche Kontaktflächen erhöhen die Auflagefläche auf einem Gegenstand. Die taktilen Sensoren sollen bereits sehr geringe Kräfte erkennen. Dadurch kann der Roboter unterscheiden, ob ein Objekt sicher sitzt oder gerade aus dem Griff rutscht.

Diese Feinmotorik ist für einen universellen Roboter wichtiger als pure Kraft. Ein System, das eine schwere Kiste heben kann, aber an einem dünnen Plastikbeutel oder einer glatten Tasse scheitert, ist im Haushalt und in der Logistik nur eingeschränkt brauchbar.

Was kann Figure 03 im Haushalt erledigen?

Figure AI zeigt den Roboter bei Tätigkeiten wie Wäschesortieren, Geschirrspülen, Aufräumen, Reinigen und Einräumen von Lebensmitteln. Damit zielt das Unternehmen auf einen Markt, der weit über klassische Saug- und Wischroboter hinausgeht.

Ein heutiger Saugroboter bearbeitet überwiegend den Boden. Figure 03 soll dagegen Gegenstände aktiv verändern: eine Schublade öffnen, einen Teller greifen, Kleidung anheben oder einen Behälter an einen anderen Ort tragen. Damit gehört er zur nächsten Entwicklungsstufe der intelligenten Haushaltsroboter.

Typische Aufgaben, die Figure 03 übernehmen soll

  • Geschirr ein- und ausräumen
  • Wäsche aufnehmen, sortieren oder transportieren
  • Lebensmittel und Haushaltsgegenstände einräumen
  • Oberflächen abwischen und Gegenstände wegräumen
  • Abfall oder leere Verpackungen einsammeln
  • Menschen per Sprache bei einfachen Abläufen unterstützen

Wo liegen die Grenzen?

Eine echte Wohnung ist chaotischer als eine vorbereitete Testumgebung. Haustiere laufen durch den Arbeitsbereich, Kinder verändern plötzlich ihre Position, Gegenstände liegen übereinander und Türen klemmen. Auch Flüssigkeiten, zerbrechliches Glas, heiße Oberflächen und steile Treppen erhöhen das Risiko.

Für den privaten Alltag reicht es deshalb nicht, dass eine Aufgabe einmal gelingt. Der Roboter müsste Fehler erkennen, sicher stoppen, nach einer Störung wieder einsteigen und zuverlässig unterscheiden, wann er Hilfe benötigt. Genau diese Langzeitzuverlässigkeit ist für private Haushalte noch nicht umfassend belegt.

Figure 03 in Gewerbe, Logistik und Industrie

Der wirtschaftlich realistischere Einsatz beginnt zunächst in kontrollierten Betrieben. Dort lassen sich Wege, Behälter, Ladepunkte und Arbeitsabläufe genauer definieren. Der Roboter muss weniger Überraschungen bewältigen als in einer belebten Wohnung.

BMW kündigte im Juni 2026 an, Figure 03 im Werk Spartanburg für einen Sequenzierungsprozess in der Logistik einzusetzen. Der Roboter soll unsortiert angelieferte Komponenten aufnehmen und in der richtigen Reihenfolge in einen Transportwagen einsortieren. Anschließend werden die Teile zum Montageort gebracht.

Das Projekt baut auf Erfahrungen mit Figure 02 auf. Nach Angaben der BMW Group unterstützte das Vorgängermodell über zehn Monate die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3. Es positionierte Blechteile für anschließende Schweißprozesse. Die aktuelle Entwicklung ist damit mehr als eine reine Bühnenshow, bleibt aber ein gezielt ausgewählter industrieller Anwendungsfall.

Quelle: BMW Group zum Figure-03-Projekt in Spartanburg.

Geeignete gewerbliche Aufgaben

  • Sortieren und Bereitstellen von Bauteilen
  • Pick-and-Place-Aufgaben mit wechselnden Gegenständen
  • Transport leichter Waren zwischen Arbeitsstationen
  • Bestücken von Behältern und Sequenzierungswagen
  • Monotone oder ergonomisch belastende Handgriffe
  • Servicetätigkeiten in strukturierten Gebäuden

Für einen breiten Einsatz müssen Gebäude und Prozesse dennoch vorbereitet werden. Dazu gehören stabile Funkverbindungen, sichere Ladeflächen, ausreichend breite Wege und klar definierte Übergabepunkte. Der Beitrag über robotertaugliche Gebäude zeigt, welche baulichen und digitalen Voraussetzungen dabei eine Rolle spielen.

Was sagt der 200-Stunden-Dauertest aus?

Im Mai 2026 ließ Figure AI mehrere Figure-03-Roboter in einem öffentlich übertragenen Versuch Pakete sortieren. Der ursprünglich kürzer geplante Test wurde auf 200 Stunden verlängert. Insgesamt wurden dabei fast 250.000 Sendungen bearbeitet.

Der Versuch ist relevant, weil monotone Langzeitarbeit für humanoide Roboter oft schwieriger ist als eine kurze spektakuläre Vorführung. Gelenke erwärmen sich, Greifflächen verschleißen, Akkus müssen geladen werden und kleine Erkennungsfehler summieren sich.

Trotzdem war der Test keine unabhängige Zertifizierung. Aufbau, Aufgabe, Wartung und Bewertung lagen im Umfeld des Herstellers. Der Dauertest zeigt technische Reife für einen konkreten Sortierprozess, aber keine uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in jeder Fabrik oder Wohnung.

Bericht: Heise über den 200-Stunden-Einsatz von Figure 03.

Figure 02 und Figure 03 im Vergleich

Bereich Figure 02 Figure 03
Entwicklungsziel Industrie- und Erprobungsplattform Allzweckroboter mit Fokus auf skalierbare Produktion
Gewicht rund 70 Kilogramm rund 61 Kilogramm
Laden kabelgebundene Lösung induktives Laden über die Füße
Hände frühere Greif- und Sensorgeneration Handflächenkameras und empfindlichere Tastsensoren
Gehäuse stärker technisch geprägte Außenhülle weichere Polsterung und abnehmbare Textilien
Kamerasystem Vorgängergeneration höhere Bildrate, größeres Sichtfeld und geringere Latenz
Produktion vergleichsweise aufwendige Kleinserie für Werkzeugbau, Druckguss und Serienmontage optimiert

Figure 03 ist also nicht nur ein Software-Update. Mechanik, Sensorik, Hände, Außenhülle, Ladesystem und Fertigungsprozesse wurden auf einen größeren Produktionsmaßstab ausgerichtet.

Wie sicher ist Figure 03?

Figure AI hat verschiedene Maßnahmen in das Design integriert. Dazu gehören weichere Materialien, Polsterungen an möglichen Klemmstellen, eine mehrstufig abgesicherte Batterie und ein im Vergleich zum Vorgänger reduziertes Gewicht. Das kann die Folgen eines unbeabsichtigten Kontakts verringern.

Eine weiche Außenhülle macht einen 61 Kilogramm schweren, beweglichen Roboter jedoch nicht automatisch sicher. Arme, Hände und getragene Gegenstände können erhebliche Kräfte entwickeln. Hinzu kommt das Risiko eines Sturzes oder einer fehlerhaften Bewegung.

Das Fraunhofer IPA weist in seinem Leitfaden zur Sicherheit humanoider Roboter darauf hin, dass aktuell noch keine umfassende Spezialnorm für diese Roboterklasse verfügbar ist. Bestehende Normen für Maschinen, Industrieroboter, Cobots oder Serviceroboter decken humanoide Systeme nur teilweise ab. Ein eigener Standard befindet sich in Arbeit.

Fraunhofer empfiehlt unter anderem:

  • eine individuelle Risikobeurteilung für jeden Einsatzfall,
  • Kraft-, Geschwindigkeits- und Arbeitsraumbegrenzungen,
  • mehrere voneinander unabhängige Sensorsysteme,
  • erreichbare Stoppmöglichkeiten für Menschen,
  • ausreichende Sicherheitsabstände,
  • Schulungen für Personen im Arbeitsbereich.

Quelle: Fraunhofer IPA: Leitfaden Sicherheit humanoider Roboter.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine eindrucksvolle Hersteller-Demonstration ersetzt weder die gesetzlich erforderliche Risikobeurteilung noch ein betriebliches Sicherheitskonzept.

Datenschutz und Cybersicherheit im Haushalt

Ein Haushaltsroboter mit Kameras, Mikrofonen, räumlicher Navigation und lernender Software verarbeitet besonders sensible Informationen. Er kann theoretisch Grundrisse, Tagesabläufe, Stimmen, Gesichter und persönliche Gegenstände erfassen.

Vor einem privaten Marktstart müssten deshalb konkrete Fragen beantwortet werden:

  • Welche Daten werden direkt auf dem Roboter verarbeitet?
  • Welche Aufnahmen oder Sensordaten gelangen in eine Cloud?
  • Werden Daten zum weiteren Training der KI verwendet?
  • Wie lange bleiben Sprach-, Kamera- und Bewegungsdaten gespeichert?
  • Können Nutzer gespeicherte Daten vollständig löschen?
  • Wie lange erhält der Roboter Sicherheitsupdates?
  • Funktionieren zentrale Aufgaben auch ohne dauerhafte Internetverbindung?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt bei vernetzten Smart-Home-Geräten unter anderem regelmäßige Updates, sichere Passwörter, getrennte Netzwerke und eine sorgfältige Prüfung der Herstellerunterstützung. Diese Grundsätze wären bei einem mobilen Roboter mit Kameras und Greifarmen besonders relevant.

Quelle: BSI: Smarthome sicher vernetzen.

Produktion im BotQ-Werk

Figure 03 wurde stärker als seine Vorgänger auf industrielle Fertigung ausgelegt. Statt viele Bauteile langsam aus Metallblöcken zu fräsen, setzt Figure AI bei der neuen Generation stärker auf Druckguss, Spritzguss, Stanzteile und standardisierte Montageprozesse.

Die erste Produktionslinie im BotQ-Werk soll nach den kommunizierten Planungen eine Kapazität von bis zu 12.000 Robotern pro Jahr erreichen. Innerhalb von vier Jahren stellt das Unternehmen insgesamt 100.000 produzierte Einheiten in Aussicht.

Diese Zahlen beschreiben eine geplante Kapazität und kein garantiertes Absatzvolumen. Ob sie erreicht wird, hängt von Lieferketten, Produktionsqualität, Nachfrage, Software-Reife und erfolgreichen Kundeneinsätzen ab.

Ein deutscher Bericht zu Technik und Fertigungszielen ist bei Golem zum Figure 03 verfügbar.

Was kostet Figure 03?

Für Figure 03 gibt es bislang keinen offiziell bestätigten Verkaufspreis für Privatkunden. Auch eine öffentlich zugängliche Vorbestellung für Deutschland ist nicht verfügbar.

Im Internet werden häufig Beträge zwischen wenigen Tausend und mehreren Zehntausend Euro genannt. Solche Zahlen stammen meist aus Hochrechnungen, Interviews, Vergleichswerten anderer Roboter oder wirtschaftlichen Zielvorstellungen. Sie sind kein verbindliches Angebot von Figure AI.

Für Unternehmen wäre der reine Kaufpreis ohnehin nur ein Teil der Rechnung. Relevante Gesamtkosten sind:

  • Anschaffung oder monatliche Nutzungsgebühr
  • Integration in bestehende Prozesse
  • Lade- und Netzwerkinfrastruktur
  • Wartung, Ersatzteile und Verschleißteile
  • Software- und Supportverträge
  • Sicherheitsprüfung und Mitarbeiterschulungen
  • menschliche Überwachung bei Störungen
  • Ausfallzeiten und Prozessunterbrechungen

Eine einfache Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte daher nicht nur den Roboterpreis mit einem Jahresgehalt vergleichen. Sinnvoller ist diese Betrachtung:

Jährlicher Nutzen = eingesparte Prozesskosten + vermiedene Ausfälle + ergonomischer Nutzen − Betriebskosten − Integrationskosten − Störungskosten

Eine Marktübersicht bietet der interne Beitrag über Preise und Gesamtkosten günstiger humanoider Roboter.

Wann kommt Figure 03 nach Deutschland?

Ein verbindlicher Marktstart für deutsche Privathaushalte ist nicht angekündigt. Auch ein offizieller Europreis, ein Händlernetz und konkrete Servicebedingungen für Deutschland fehlen.

Wahrscheinlicher ist ein schrittweiser Markteintritt:

  1. weitere industrielle Pilotprojekte,
  2. klar definierte Logistik- und Produktionsaufgaben,
  3. gewerbliche Flotten mit Supportvertrag,
  4. begrenzte Tests in strukturierten Haushalten,
  5. später ein Angebot für private Endkunden.

Der private Marktstart hängt nicht allein von der Hardware ab. Figure AI muss sichere Langzeitautonomie, Datenschutz, Wartung, Produkthaftung, Ersatzteilversorgung und wirtschaftliche Serienproduktion zusammenbringen.

Welche Alternativen gibt es?

Figure 03 konkurriert mit mehreren humanoiden Plattformen. Dazu gehören Tesla Optimus, Boston Dynamics Atlas, NEURA Robotics 4NE1 sowie Modelle von Unitree, Apptronik, Agility Robotics und verschiedenen chinesischen Herstellern.

Die Systeme verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte. Einige sind für Fabriken ausgelegt, andere für Forschung, Logistik oder den späteren Einsatz im Haushalt. Ein direkter Vergleich allein über Kaufpreis, Geschwindigkeit oder Traglast greift deshalb zu kurz.

Besonders häufig wird Figure 03 mit Tesla Optimus verglichen. Figure zeigt derzeit konkrete industrielle Kooperationen und eine auf Serienfertigung ausgerichtete Plattform. Tesla profitiert dagegen von eigenen Fabriken, einer großen Softwareorganisation und vorhandenen Lieferketten. Welcher Ansatz sich langfristig durchsetzt, ist noch offen.

Redaktionelle Bewertung: Wie marktreif ist Figure 03?

Figure 03 gehört zu den technisch interessantesten humanoiden Robotern seiner Generation. Das induktive Laden, die Kameras in den Handflächen, die feinfühligen Sensoren und die auf Serienproduktion ausgelegte Konstruktion lösen konkrete Probleme früherer Prototypen.

Auch die Einsätze im Umfeld von BMW und die längeren Sortiertests sind wichtige Fortschritte. Sie zeigen, dass Figure AI den Roboter nicht nur für kurze Showeinlagen entwickelt. Der Schwerpunkt verschiebt sich sichtbar in Richtung praktischer Arbeit.

Für eine Wohnung ist die Hürde jedoch höher als für einen strukturierten Logistikplatz. Dort treffen Kinder, Haustiere, Treppen, zerbrechliche Gegenstände, persönliche Daten und ständig wechselnde Situationen aufeinander. Dafür braucht es mehr als gute Greiftechnik.

Figure 03 ist daher weder reine Science-Fiction noch ein fertiger Haushaltsgegenstand. Er steht dazwischen: technisch weit fortgeschritten, industriell zunehmend relevant, für private Käufer aber noch nicht regulär verfügbar.

Häufige Fragen zu Figure 03

Was ist Figure 03?

Figure 03 ist ein elektrisch betriebener humanoider Allzweckroboter des Unternehmens Figure AI. Er soll mithilfe der Helix-KI sehen, Sprache verstehen, laufen und Gegenstände greifen. Vorgesehen sind Einsätze im Haushalt, in der Logistik und in industriellen Betrieben.

Wie groß und schwer ist Figure 03?

Die aktuelle Produktspezifikation nennt eine Körpergröße von ungefähr 1,73 Metern und ein Gewicht von rund 61 Kilogramm. Ältere Berichte nennen teilweise leicht abweichende, gerundete Werte. Die maximale Nutzlast wird mit bis zu 20 Kilogramm angegeben.

Wie lange kann Figure 03 arbeiten?

Der Hersteller gibt eine Akkulaufzeit von bis zu fünf Stunden an. Die tatsächliche Laufzeit hängt von Last, Bewegung, Geschwindigkeit und Aufgabe ab. Über eine induktive Ladematte soll sich der Roboter selbstständig nachladen können.

Kann Figure 03 wirklich Hausarbeit erledigen?

Hersteller-Demonstrationen zeigen den Roboter beim Einräumen von Geschirr, Sortieren von Wäsche und Aufräumen. Solche Videos belegen bestimmte Fähigkeiten unter den gezeigten Bedingungen. Ein zuverlässiger Dauerbetrieb in beliebigen Privathaushalten ist damit noch nicht nachgewiesen.

Kann man Figure 03 bereits kaufen?

Figure 03 kann derzeit nicht regulär von deutschen Privatkunden bestellt werden. Es gibt keinen öffentlich bestätigten deutschen Händler, Endkundenpreis oder verbindlichen Liefertermin. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf Produktion und gewerblichen Projekten.

Wie viel kostet Figure 03?

Ein offizieller Verkaufspreis wurde bislang nicht veröffentlicht. Im Internet genannte Beträge sind nicht als verbindliches Angebot bestätigt. Bei gewerblichen Einsätzen müssten neben dem Roboter auch Integration, Wartung, Software, Sicherheit und Support bezahlt werden.

Ist Figure 03 sicher?

Figure 03 besitzt weichere Materialien, Polsterungen, Sensoren und mehrere Schutzebenen für den Akku. Ein schwerer, beweglicher Roboter kann trotzdem Kollisions- und Sturzrisiken verursachen. Für industrielle Einsätze sind deshalb eine individuelle Risikobeurteilung und technische Schutzmaßnahmen notwendig.

Was unterscheidet Figure 03 von Figure 02?

Figure 03 ist leichter, auf Serienfertigung ausgelegt und kann induktiv geladen werden. Hinzu kommen ein verbessertes Kamerasystem, Kameras in den Handflächen, empfindlichere Tastsensoren und eine weichere Außenhülle. Figure 02 diente stärker als industrielle Erprobungsplattform.

Quellen und weiterführende Informationen

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Nico Nuss [Bildinhalt mit KI erstellt]

Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.