Haply Robotics: Robotik endlich fühlbar
Auf der CES 2026 zeigt Haply Robotics, wie moderne Robotiksteuerung aussehen kann. Das kanadische Unternehmen präsentiert mit dem Inverse3 ein haptisches Eingabesystem, das präzise Positionsdaten mit direktem Kräftefeedback kombiniert. Ziel ist es, klassische Gamecontroller in Labor, Industrie und Ausbildung zu ersetzen. Statt abstrakter Steuerbefehle erleben Anwender reale Widerstände und Oberflächen. So wird Robotik nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar – ein entscheidender Schritt für Teleoperation, Simulation und KI-Training.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Was ist das haptische Eingabesystem von Haply Robotics?
- 3 Haptische Schnittstelle als neue Steuerungsform
- 4 Inverse3: Technik, Präzision und Kräftefeedback
- 5 Fühlen, was der Roboter fühlt
- 6 Einsatz in Industrie, Medizin und Ausbildung
- 7 Integration in Nvidia Isaac Sim
- 8 GPU-beschleunigte Simulation und Physical AI
- 9 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Haply Robotics entwickelt haptische Schnittstellen für präzise Robotiksteuerung
- Das Inverse3 bietet Kraft- und Positionsfeedback in drei Achsen
- Auflösung bis 0,01 mm bei 4 kHz sorgt für hohe Genauigkeit
- Einsatz in Industrie, Medizin, Ausbildung und KI-Training
- Kooperation mit Nvidia für physisches KI-Training und Simulation
Was ist das haptische Eingabesystem von Haply Robotics?
Das haptische Eingabesystem von Haply Robotics ist eine hochpräzise Schnittstelle, die Handbewegungen, Positionen und Kräfte in Echtzeit erfasst und als fühlbares Feedback zurückgibt, um Roboter intuitiv zu steuern.
Haptische Schnittstelle als neue Steuerungsform
Haply Robotics verfolgt einen klaren Ansatz. Menschliche Bewegungen sollen direkt und natürlich auf Maschinen übertragen werden. Die haptische Schnittstelle erfasst Position, Bewegung und Kraft in mehreren Freiheitsgraden. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen Mensch und Roboter. Anwender müssen keine abstrakten Eingaben lernen. Sie bewegen ihre Hand, und der Roboter folgt. Gleichzeitig kommt spürbarer Widerstand zurück. Das erhöht Präzision und Sicherheit. Besonders in sensiblen Anwendungen ist das ein großer Vorteil.
Inverse3: Technik, Präzision und Kräftefeedback
Das Eingabegerät Inverse3 ist an zwei Armen beweglich aufgehängt. Es erreicht eine Auflösung von bis zu 0,01 Millimetern. Die Aktualisierungsrate liegt bei 4 Kilohertz. Drei Motoren erzeugen Kräftefeedback entlang der X-, Y- und Z-Achse. Nutzer spüren sofort, wenn ein Roboter auf Widerstand trifft. Visuelle Informationen werden so durch taktile ergänzt. Das verbessert das räumliche Verständnis deutlich. Gerade bei feinen Arbeiten ist diese Rückmeldung entscheidend.
Technische Eckdaten Inverse3
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Auflösung | bis zu 0,01 mm |
| Aktualisierungsrate | 4 kHz |
| Achsen | X, Y, Z |
| Feedback | Direktes Kräftefeedback |
| Eingabe | Stift oder Joystick |
Fühlen, was der Roboter fühlt
In einer CES-Demo steuern Besucher einen Ball auf einer virtuellen Gummimatte. Drücken sie auf die Oberfläche, reagiert das Gerät mit spürbarem Gegendruck. Wird der Druck zu stark, „ploppt“ der Ball durch die Matte. Haply zeigt auch unterschiedliche 3D-Oberflächen. Holz, Stein oder Schleifpapier lassen sich ertasten. Diese Erfahrung geht weit über reine Visualisierung hinaus. Nutzer verstehen Materialeigenschaften intuitiv. Genau das ist der Mehrwert haptischer Systeme.
Einsatz in Industrie, Medizin und Ausbildung
Das Inverse3 kommt bereits in der Ausbildung von Chirurgen und Zahnärzten zum Einsatz. Auch im 3D-Design ist das System etabliert. In Laboren und der Industrie ersetzt es improvisierte Lösungen wie Gamecontroller. Besonders bei der Teleoperation von Robotern ist das entscheidend. Anwender fühlen, was die Maschine fühlt. Das reduziert Fehler. Gleichzeitig steigt die Lernkurve. Komplexe Abläufe lassen sich realistischer trainieren.
Neben der direkten Steuerung dient das System auch als Datenquelle. Die feinmotorischen Bewegungen menschlicher Hände liefern wertvolle Trainingsdaten. Haply Robotics kooperiert dafür mit Nvidia. Gemeinsam entwickeln sie eine Plattform für physisches KI-Training. Ziel ist es, Roboter realistischer zu trainieren. Neben visuellen und kinematischen Daten fließen auch taktile Informationen ein. Das verbessert das Imitationslernen deutlich. Greifen, Kontakt und Kraftaufwand werden realistischer abgebildet.
Integration in Nvidia Isaac Sim
Auf der CES zeigt Haply die Einbindung des Inverse3 in Nvidia Isaac Sim. Dort steuert das Gerät einen virtuellen Franka FR3. Während der Datenerfassung spürt der Bediener Widerstände virtueller Objekte. Das haptische Feedback wird als zusätzlicher Lernkanal genutzt. So entstehen KI-Modelle, die näher an realen Bedingungen arbeiten. Rein visuelle Trainingsdaten reichen dafür nicht aus.
GPU-beschleunigte Simulation und Physical AI
Die Simulationen laufen auf Nvidia RTX 6000 Blackwell. Diese GPUs verarbeiten multimodale Eingabedaten in Echtzeit. Ergänzend nutzt Nvidia die Plattform Nvidia Cosmos. Damit werden reale Trainingsdaten durch synthetische Szenarien erweitert. Unterschiedliche Umgebungen lassen sich simulieren. Nvidia stärkt so den Bereich „Physical AI“. Haptisch angereichertes Training macht Roboter robuster. Sie reagieren besser auf reale, unvorhersehbare Situationen.
Fazit
Haply Robotics zeigt auf der CES 2026 eindrucksvoll, wie sich Robotiksteuerung weiterentwickelt. Das Inverse3 verbindet Präzision, haptisches Feedback und KI-Training in einem System. Gamecontroller wirken dagegen überholt. Besonders in Industrie, Medizin und Forschung eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten. Wer Robotik nicht nur sehen, sondern fühlen will, findet hier einen echten Meilenstein.
Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.

