CATL investiert in RoboParty

CATL investiert in RoboParty [Bildinhalt mit KI erstellt]

CATL investiert direkt in RoboParty und setzt damit ein starkes Signal im weltweiten Rennen um humanoide Roboter. Das erst 2025 gegründete Start-up des 22-jährigen Huang Yi verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Es will Roboterkörper, Module, Trainingswerkzeuge und Software als offene Plattform verbinden. Laut Branchenberichten sammelte RoboParty mit seiner Angel-plus- und Pre-A-Finanzierung fast 500 Millionen Yuan ein. CATL soll die Pre-A-Runde allein getragen haben. Innerhalb von acht Monaten schloss das Unternehmen insgesamt sechs Finanzierungsrunden ab. Seine Bewertung soll dabei um mehr als das Zwanzigfache gestiegen sein. Entscheidend ist jedoch nicht nur das Kapital. CATL könnte RoboParty den Zugang zu Fabriken, Lieferketten und anspruchsvollen Praxistests eröffnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • CATL soll als alleiniger Investor die Pre-A-Runde von RoboParty finanziert haben. Zusammen mit der Angel-plus-Runde kamen laut Berichten fast 500 Millionen Yuan zusammen.
  • Gründer Huang Yi ist 22 Jahre alt. Er entwickelte bereits als Student am Harbin Institute of Technology den offenen Zweibeiner AlexBot und gründete RoboParty nach seinem vorgezogenen Abschluss im Jahr 2025.
  • Das Start-up schloss innerhalb von acht Monaten sechs Finanzierungsrunden ab. Die Unternehmensbewertung soll in dieser Zeit auf mehr als das Zwanzigfache gestiegen sein.
  • RoboParty versteht sich als offene Full-Stack-Plattform. RPO beziehungsweise ROBOTO ORIGIN, Party OS sowie mehrere Entwicklungswerkzeuge sollen Roboterkörper, Modelle, Daten und Entwickler verbinden.
  • Die Beteiligung ist mehr als eine Finanzwette. CATL und RoboParty wollen humanoide Roboter für Fertigung, Lieferketten und komplexe Arbeitssituationen erproben.

CATLs seltene Direktinvestition und der 20-fache Bewertungssprung

CATL gilt als größter Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge. Umso auffälliger ist der direkte Einstieg in ein sehr junges Robotikunternehmen. Nach dem am 3. August 2026 veröffentlichten Bericht finanzierte die strategische Konzerneinheit von CATL die Pre-A-Runde exklusiv. Gemeinsam mit einer Angel-plus-Runde erreichte das Finanzierungspaket demnach fast 500 Millionen Yuan. Die genaue Aufteilung auf beide Runden wurde nicht veröffentlicht. Auch die neue absolute Bewertung von RoboParty ist bislang nicht öffentlich bekannt. Bekannt wurde lediglich die Angabe, sie sei innerhalb von acht Monaten um mehr als das Zwanzigfache gestiegen. Deshalb beschreibt die Zahl „20-fach“ das relative Wachstum und keine öffentlich überprüfbare Unternehmensbewertung.

Der Einstieg unterscheidet sich zudem von einer reinen Beteiligung eines Finanzinvestors. CATL verfügt über große Produktionsstandorte, Zuliefernetze und zahlreiche automatisierte Prozessschritte. Genau dort können humanoide Systeme unter realen Bedingungen getestet werden. In einer Batteriefabrik zählen Wiederholgenauigkeit, Arbeitssicherheit und Verfügbarkeit mehr als eine spektakuläre Demonstration. Staub, Lärm, wechselnde Lasten und unstrukturierte Handgriffe erhöhen die Anforderungen zusätzlich. RoboParty erhält daher möglicherweise ein wertvolleres Testfeld als durch Kapital allein. CATL kann im Gegenzug früh beurteilen, ob zweibeinige Roboter in seiner Wertschöpfungskette einen wirtschaftlichen Nutzen liefern.

Eckpunkt Bekannter Stand vom August 2026 Einordnung
Jüngstes Finanzierungspaket Fast 500 Millionen Yuan Summe aus Angel-plus- und Pre-A-Runde laut Branchenbericht
CATLs Rolle Alleiniger Investor der Pre-A-Runde Direkte Beteiligung der strategischen Konzerneinheit
Finanzierungstempo Sechs Runden in acht Monaten Außergewöhnlich hohe Kapitalfrequenz für ein so junges Start-up
Bewertungsentwicklung Mehr als 20-fach Relative Angabe; absolute Bewertung nicht veröffentlicht
Geplante Zusammenarbeit Fertigung und komplexe Einsatzfelder Industrielle Erprobung ist wichtiger Teil der strategischen Logik

Die zentrale Finanzierungsangabe wird sowohl von Pandaily als auch im ausführlichen Hintergrundbericht von 36Kr beschrieben. Vertragsunterlagen oder eine offizielle Bekanntgabe der genauen Bewertung liegen öffentlich jedoch nicht vor. Die Zahlen sollten deshalb als berichtete Unternehmens- und Investorenangaben verstanden werden.

Huang Yi: vom Studentenprojekt zum Millionen-Start-up

Huang Yi wurde 2004 geboren und kam 2022 an die School of Future Technology des Harbin Institute of Technology. Schon im ersten Studienjahr fiel er mit einem amphibischen Fluggerät für Land und Luft auf. Das Projekt gewann Preise bei nationalen Hochschulwettbewerben. Danach entwickelte er mit Mitstudierenden in seinem Wohnheim den zweibeinigen AlexBot. Laut der Unternehmensdarstellung kostete der frühe Roboter nur etwa 2.300 US-Dollar. Huang stellte das Projekt offen zur Verfügung. Mehr als zehn Unternehmen und Hochschulen sollen den Ansatz später nachgebaut oder aufgegriffen haben.

AlexBot war damit mehr als eine studentische Fingerübung. Das Projekt zeigte, dass eine kleine Gruppe einen funktionsfähigen Zweibeiner mit begrenztem Budget bauen kann. Gleichzeitig lernte Huang, wie externe Entwickler Fehler finden und offene Technik weiterentwickeln. Nach Angaben von RoboParty interessierte sich auch Marc Raibert, Gründer von Boston Dynamics, für das Projekt. Fourier Intelligence unterstützte zudem eine spätere Version. Solche Angaben stammen allerdings aus der Unternehmenskommunikation und sind als Teil der Gründergeschichte einzuordnen.

Huang schloss sein Studium 2025 ein Jahr früher ab. Im Februar desselben Jahres gründete er mit ehemaligen Kommilitonen RoboParty in Shanghai. Der Standort im Zhangjiang Robot Valley bot Zugang zu Kapital, Forschung und einer dichten Robotik-Lieferkette. Zu Beginn arbeitete das Team in einem nur rund 80 Quadratmeter großen Büro und bestand aus etwa einem Dutzend Personen. Bereits im April begann die Entwicklung eines vollständigen humanoiden Prototyps. Nach vier Monaten war ROBOTO ORIGIN fertig. Die offizielle GitHub-Seite von RoboParty nennt den 21. Februar 2025 als Gründungsdatum und bestätigt den viermonatigen Entwicklungszeitraum.

Investoren beschreiben Huang als zurückhaltend, sachlich und technisch geradezu besessen. Zugleich soll er ein ungewöhnlich klares Verständnis für Geschäftsmodelle besitzen. Diese Kombination erklärt einen Teil des starken Investoreninteresses. Sie ersetzt jedoch noch keinen langfristigen Erfolgsnachweis. RoboParty muss erst beweisen, dass Gründerfokus und Entwicklungsgeschwindigkeit auch mit einer wachsenden Organisation bestehen bleiben.

RPO und RP1 als offene Roboterplattform

RoboParty bezeichnet sich nicht nur als Roboterhersteller. Das Unternehmen will eine offene Full-Stack-Plattform für verkörperte künstliche Intelligenz aufbauen. „Full Stack“ bedeutet hier, dass Mechanik, Elektronik, Firmware, Steuerung, Simulation, Training und Einsatz auf realer Hardware zusammen gedacht werden. Viele Robotikprojekte veröffentlichen nur einzelne Softwaremodule. RoboParty will dagegen auch Konstruktionsdaten, Hardwareunterlagen und praktische Entwicklungserfahrungen zugänglich machen. Der frühe Prototyp heißt ROBOTO ORIGIN und wird häufig als RPO abgekürzt. Er ist ausdrücklich eine Entwicklungsplattform und noch kein ausgereiftes Industrieprodukt.

RPO wurde im Januar 2026 vollständig als Open-Source-Projekt freigegeben. Laut RoboParty ist der Roboter 1,25 Meter groß, wiegt 34 Kilogramm und erreicht bis zu drei Meter pro Sekunde. Die Plattform enthält unter anderem Strukturzeichnungen, Stücklisten, Elektronikunterlagen, Firmware und Trainingscode. Hinzu kommen Beschreibungen für Simulationen sowie Werkzeuge für Navigation und XR-Fernsteuerung. Der zentrale RPO-Code auf GitHub überschritt bis Anfang August 2026 die Marke von 2.000 Sternen. Der Ausgangsbericht nennt außerdem fast 10.000 Community-Follower und annähernd 1.000 Bestellungen. Diese Werte zeigen Interesse, sind aber weder mit ausgelieferten Robotern noch mit wiederkehrendem Umsatz gleichzusetzen.

Baustein Funktion Nutzen für Entwickler
RPO-Hardware Mechanische Zeichnungen, Elektronik und Fertigungsunterlagen Eigene Maschinen bauen und vorhandene Konstruktionen verändern
Deployment ROS-2-basierte Treiber, Sensorik, Motorsteuerung und Inferenz Modelle auf realer Hardware ausführen
Training Verstärkendes Lernen und Simulationsabläufe Bewegungen zunächst virtuell lernen und testen
Robotermodelle URDF- und MJCF-Beschreibungen Kinematik und Dynamik in Simulationen abbilden
Firmware USB-to-CAN sowie Systemabbilder für Rechnerplattformen Elektronik und Motoren zuverlässig ansteuern
Navigation und Teleoperation Lokalisierung, Navigation und XR-Fernsteuerung Neue Anwendungen und Datenerfassung erproben

Für das vierte Quartal 2026 kündigt RoboParty mit RP1 ein leistungsfähigeres System an. Dieses Modell soll zuverlässiger sein und sich für die dauerhafte Weiterentwicklung in komplexen realen Szenarien eignen. Damit verschiebt sich der Fokus vom offenen Machbarkeitsnachweis hin zu einer belastbareren Plattform. Als Kunden nennt das Unternehmen zwei wichtige Gruppen. Modellanbieter benötigen echte Roboter, um ihre KI zu trainieren und vorzuführen. Industriekunden brauchen dagegen häufig gemeinsam entwickelte Körper, Module und Software-Hardware-Systeme. RP1 muss zeigen, ob RoboParty beide Zielgruppen bedienen kann, ohne seine offene Architektur zu verwässern.

Party OS verbindet Daten, Training und reale Maschinen

Ein offener Roboterkörper löst nur einen Teil des Problems. Entwickler müssen Daten erfassen, menschliche Bewegungen übertragen und Lernverfahren stabil trainieren. Anschließend müssen sie eine gelernte Strategie sicher auf die reale Maschine bringen. Jeder Übergang kann Fehler erzeugen. Party OS soll diese Schritte in einer wiederverwendbaren Forschungsbasis ordnen. Das System verbindet Datenerzeugung, Bewegungsübertragung, Imitationslernen, unüberwachtes Lernen und die Bereitstellung auf Robotern. Später sollen auch Mensch-Objekt-Interaktion, Vision-Language-Action-Modelle und stärker eigenständig handelnde humanoide Agenten hinzukommen.

RoboParty hat dafür mehrere Kernwerkzeuge geöffnet. MimicLite dient dem allgemeinen Motion Tracking. Es verbindet das Laden von Bewegungsdaten mit Training, Bewertung und Einsatz. UFO ist ein Rahmen für unüberwachtes Reinforcement Learning. Human-to-Humanoid Tools überträgt Bewegungen von Menschen oder anderen Robotern auf unterschiedliche humanoide Körper. Auf der veröffentlichten Roadmap steht außerdem INTACT-JEPA für die Arbeit an einem World Model. Die Party-OS-Dokumentation zeigt damit eine Entwicklung vom niedrigen Bewegungs-Stack hin zu komplexeren Interaktionsfähigkeiten.

Offenes Werkzeug Aufgabe Stelle im Entwicklungsablauf
Human-to-Humanoid Tools Bewegungen auf einen humanoiden Körper übertragen Datenaufbereitung und Retargeting
MimicLite Bewegungen laden, verfolgen, trainieren und bewerten Imitationslernen und Motion Tracking
UFO Steuerungsverhalten ohne vollständig beschriftete Vorgaben lernen Unüberwachtes Reinforcement Learning
INTACT-JEPA Absichten und Weltzustände modellieren Vorbereitung komplexerer Ganzkörperhandlungen
Party OS Einzelne Werkzeuge und Abläufe verbinden Wiederverwendbare Forschungs- und Einsatzbasis

Aus dieser Architektur soll ein Kreislauf entstehen. Der Roboterkörper bringt Kunden, Umsätze und Zugang zu echten Situationen. Party OS sammelt dagegen Daten und Erfahrungen aus physischen Interaktionen. Diese Erkenntnisse fließen in bessere Modelle und Werkzeuge zurück. Verbesserte Software macht wiederum die Hardware für neue Nutzer wertvoller. Genau dieser Daten- und Entwicklerkreislauf ist der eigentliche Plattformgedanke. Ob er funktioniert, hängt jedoch von gemeinsamen Schnittstellen, guter Dokumentation und tatsächlich nutzbaren Daten ab.

Sechs Finanzierungsrunden und ein bewusst anderes Geschäftsmodell

RoboParty schloss innerhalb von acht Monaten sechs Finanzierungsrunden ab. Zu den genannten Geldgebern gehören Matrix Partners China, Xiaomi Strategic Investment und Galbot. Später kamen unter anderem SenseTime Guoxiang Capital, Baidu Ventures, Pudong Venture Capital und Shunwei Capital hinzu. Weitere Berichte nennen den Shanghai Future Industry Fund und zusätzliche chinesische Fonds. Im November 2025 meldete RoboParty bereits eine Seed-Runde über zehn Millionen US-Dollar. Das Geld floss in die Entwicklung des offenen Roboters, den Aufbau der Community und die Vorbereitung weiterer Systeme. Die schnelle Folge neuer Runden trieb die berichtete Bewertung stark nach oben.

Der Weg verlief trotzdem nicht ohne finanzielle Risiken. Nach hohen Entwicklungsausgaben soll zeitweise kaum Geld für zusätzliche Rechenhardware vorhanden gewesen sein. Ein börsennotiertes Unternehmen bot RoboParty laut 36Kr damals Kapital und Hunderte reservierte Auslandsaufträge an. Huang lehnte ab. Er befürchtete, dass hohe Stückzahlen Technik, Marke und Produktion zu früh überfordern würden. Für ihn waren hochwertige Entwickler und ein belastbares Ökosystem wichtiger als eine eindrucksvolle Bestellzahl. Deshalb lautet eine seiner zugespitzten Prioritäten: 100 starke Entwickler seien wertvoller als Hunderte Bestellungen.

Hinter dieser Haltung steckt ein anderes Geschäftsmodell als der reine Verkauf kompletter Roboter. Offene Hardware senkt zwar die Kontrolle über einzelne Komponenten. Sie kann jedoch die Verbreitung einer gemeinsamen Architektur beschleunigen. Einnahmen können dann aus fertigen Maschinen, Kernkomponenten, kundenspezifischer Entwicklung, gemeinsamen Designprojekten und industriellen Dienstleistungen entstehen. RoboParty spricht besonders Modellunternehmen und Industriepartner an. Dadurch könnte es gleichzeitig Plattformanbieter und Engineering-Partner werden. Diese Doppelrolle schafft Chancen, kann aber auch Ressourcen binden.

Bemerkenswert sind zudem die berichteten Vertragsbedingungen der Investoren. Sämtliche Finanzierungen sollen ohne leistungsabhängige Wetten und ohne Rückkaufklauseln abgeschlossen worden sein. Solche Klauseln könnten Gründer bei verfehlten Zielen zu Rückzahlungen oder Anteilsrückkäufen zwingen. Ihr angeblicher Verzicht würde Huang mehr Zeit für Forschung und Produktentwicklung geben. Da die Verträge nicht öffentlich sind, lässt sich diese Angabe jedoch nicht unabhängig prüfen. Auch eine 20-fache Bewertung in kurzer Zeit erzeugt Erwartungen. RoboParty muss deshalb beweisen, dass technischer Fortschritt und industrieller Nutzen mit dem Kapitaltempo Schritt halten.

CATLs Wette auf den nächsten Unitree- und DeepSeek-Moment

Huang Yi beschreibt die Branche als „Post-Unitree-Ära“. Dabei stellt er eine provokante Frage: Warum habe seit zwei Jahren kein Roboter den Unitree G1 klar übertroffen? Aus seiner Sicht wechseln viele Unternehmen ihre Richtung zu früh. Einige sprechen über Massenproduktion, bevor sie einen Product-Market-Fit nachgewiesen haben. Andere versprechen breite Anwendungen, bevor eine belastbare Kommerzialisierung erreicht ist. Häufige Kurswechsel verschwenden Personal, Kapital und Entwicklungszeit. RoboParty setzt deshalb auf messbare technische Kennzahlen und anerkannte SOTA-Benchmarks.

SOTA steht für „State of the Art“. Gemeint ist der beste bekannte Wert auf einem anerkannten Vergleichstest. Das Team untersucht laut Bericht regelmäßig bestehende Roboter und sammelt konkrete Schwächen. Dazu gehören laute Antriebe, rutschende Füße oder ein fehlender ferngesteuerter Not-Aus. Auf einem Whiteboard sollen zeitweise 20 bis 30 solcher Probleme stehen. Anschließend arbeitet das Team sie gezielt ab. Auch interne Abläufe sollen auf schnelle Informationsübertragung ausgerichtet sein. Dokumente vermitteln Fakten, persönliche Gespräche klären Emotionen und Meetings dienen Entscheidungen.

Der Vergleich mit DeepSeek erklärt die größere Vision. DeepSeek machte leistungsfähige KI-Modelle durch offene Gewichte und niedrigere Zugangshürden für mehr Entwickler nutzbar. RoboParty will einen ähnlichen Effekt bei humanoider Robotik auslösen. Die technische Grundlage soll nicht wenigen geschlossenen Herstellern gehören. Stattdessen sollen Entwickler Roboterkörper, Steuerung und Trainingswerkzeuge kombinieren können. Huang fasst diese Haltung sinngemäß so zusammen: Geschlossene Systeme stünden für Macht, Open Source dagegen für den Glauben an Zivilisation. Das ist ein starkes Leitbild, aber noch kein Beweis für einen tragfähigen Markt.

CATL kann die Vision näher an die industrielle Realität bringen. In seinen Fabriken lassen sich Roboter bei Materialtransport, Inspektion oder wiederkehrenden Handgriffen erproben. Komplexere Aufgaben könnten später Wartung, Störungsbehebung oder flexible Montage umfassen. Gerade solche Anwendungen verlangen robuste Hardware, gute Energieversorgung und sichere Steuerung. Die Zusammenarbeit könnte daher Körper, Modelle, Batterietechnik und Produktionswissen verbinden. Gelingt das, würde RoboParty nicht nur einen weiteren Humanoiden bauen. Das Unternehmen könnte eine offene Grundlage schaffen, auf der andere Firmen eigene Roboteranwendungen entwickeln.

Neuer Blickwinkel: CATL investiert möglicherweise weniger in einen einzelnen Roboter als in einen künftigen Industriestandard. Bei Smartphones wurde Android wertvoll, weil viele Hersteller, Entwickler und Zulieferer dieselben Schnittstellen nutzten. In der Robotik ist dieser Effekt schwieriger, denn Software bewegt schwere physische Maschinen. Offene Baupläne allein lösen daher keine Fragen zu Sicherheit, Haftung, Ersatzteilen und reproduzierbarer Fertigungsqualität. Genau hier könnte CATL entscheidend werden. Der Konzern kann offene Entwürfe in einer hochregulierten Großserienumgebung prüfen und Schwachstellen sichtbar machen. RoboParty könnte daraus Standards für Module, Daten und sichere Bereitstellung ableiten. Der eigentliche Burggraben wäre dann nicht geheim gehaltener Code, sondern das schnellste Lernsystem aus Community, Fabrikdaten, Lieferkette und industrieller Validierung.

Fazit

CATLs Einstieg macht RoboParty über Nacht zu einem der spannendsten Namen der humanoiden Robotik. Huang Yi verbindet jugendliche Geschwindigkeit mit einer klaren Open-Source-Strategie. Sechs Finanzierungsrunden und eine angeblich mehr als 20-fache Bewertung zeigen enormes Vertrauen. Doch nun beginnt der schwierigere Teil. RPO, Party OS und RP1 müssen in echten Fabriken zuverlässig funktionieren. Gelingt die Verbindung aus offener Community, CATLs Industriekompetenz und messbarer Spitzenleistung, könnte RoboParty tatsächlich den DeepSeek-Moment der verkörperten KI auslösen und eine neue, dauerhaft nutzbare globale Roboterbasis schaffen.

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Nico Nuss [Bildinhalt mit KI erstellt]

Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.