Die Drogeriemarktkette Dirk Rossmann GmbH geht einen innovativen Schritt in Richtung Zukunft: Seit März 2026 testet das Unternehmen gemeinsam mit Terra Robotics den humanoiden Roboter „UBTech Walker S2“ im Logistikzentrum in Burgwedel. Ziel ist es, reale Einsatzmöglichkeiten humanoider Robotik in der Intralogistik zu prüfen und konkrete Erfahrungen zu sammeln. Der Test läuft über das gesamte Jahr und soll wichtige Erkenntnisse für eine mögliche Skalierung liefern.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Humanoide Robotik im Logistikzentrum Burgwedel
- 3 Ziele des Pilotprojekts mit Terra Robotics
- 4 Entlastung der Mitarbeitenden durch den Walker S2
- 5 Technologische Besonderheiten und Strategie von Terra Robotics
- 6 Praxis-Use-Cases und Innovation in der Logistik
- 7 Skalierbarkeit und Zukunftsperspektiven
- 8 Unterschätzte Perspektive: Mensch-Maschine-Interaktion im Alltag
Das Wichtigste in Kürze
- Rossmann testet seit März 2026 den humanoiden Roboter „Walker S2“
- Einsatzort ist das Logistikzentrum in Burgwedel
- Fokus liegt auf Integration in bestehende Logistikprozesse
- Ziel ist ein skalierbares Konzept für humanoide Robotik
- Roboter soll Mitarbeitende bei körperlich belastenden Aufgaben entlasten
Humanoide Robotik im Logistikzentrum Burgwedel
Im Logistikzentrum in Burgwedel setzt Rossmann seit Mitte März 2026 den humanoiden Roboter Walker S2 ein. Dieser Pilotversuch ist langfristig angelegt und läuft über das gesamte Jahr. Ziel ist es, reale Einsatzbedingungen zu simulieren und nicht nur theoretische Konzepte zu prüfen. Dabei steht besonders die Integration in bestehende Intralogistik-Prozesse im Fokus. Rossmann betritt damit technologisches Neuland, da humanoide Roboter bisher kaum im großflächigen Logistikbetrieb eingesetzt werden. Der Test erfolgt unter realen Bedingungen, was besonders wertvolle Daten liefert. Gleichzeitig können Herausforderungen frühzeitig erkannt werden. Die Erkenntnisse dienen als Grundlage für zukünftige Entscheidungen.
Ziele des Pilotprojekts mit Terra Robotics
Gemeinsam mit Terra Robotics verfolgt Rossmann mehrere strategische Ziele. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung konkreter Use Cases für humanoide Robotik. Außerdem soll geprüft werden, wie sich solche Systeme in bestehende Abläufe integrieren lassen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Skalierbarkeit der Technologie. Das bedeutet, dass der Einsatz nicht nur punktuell, sondern langfristig und großflächig erfolgen könnte. Laut Projektverantwortlichen soll der praktische Nutzen realistisch bewertet werden. Hendrik van Duuren aus der Logistikleitung betont, dass konkrete Antworten im Vordergrund stehen. Es geht also nicht um Visionen, sondern um messbare Ergebnisse.
Entlastung der Mitarbeitenden durch den Walker S2
Ein zentrales Ziel ist die Unterstützung der Mitarbeitenden. Der Walker S2 soll vor allem repetitive und körperlich belastende Aufgaben übernehmen. Dazu zählen Tätigkeiten, die ergonomisch ungünstig sind oder hohe Wiederholungen erfordern. Dadurch könnten Mitarbeitende entlastet und gesundheitliche Risiken reduziert werden. Gleichzeitig steigt die Effizienz im Betrieb. Besonders in Zeiten von Fachkräftemangel gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Der Roboter ersetzt keine Menschen vollständig, sondern ergänzt bestehende Teams. Diese Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine steht im Mittelpunkt des Projekts. So entsteht eine neue Form der Arbeitsorganisation.
Technologische Besonderheiten und Strategie von Terra Robotics
Die Besonderheit von Terra Robotics liegt in ihrer herstellerunabhängigen Ausrichtung. Das bedeutet, dass nicht ein bestimmter Roboter im Fokus steht, sondern die beste Lösung für den jeweiligen Anwendungsfall. Dadurch bleibt das System flexibel und wirtschaftlich effizient. Hinter Terra Robotics steht die Terra Connect GmbH, die strategische und organisatorische Aufgaben übernimmt. Diese entwickelt Plattform- und Ökosystemlösungen für smarte Technologien. Das Unternehmen wurde 2020 gegründet und gehört zur Wortmann AG. Mit rund 2.800 Mitarbeitenden und etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz zählt sie zu den größten IT-Herstellern Europas. Diese starke Basis unterstützt die Weiterentwicklung innovativer Lösungen.
Praxis-Use-Cases und Innovation in der Logistik
Laut Geschäftsführer Murat Arpaci steht die praktische Anwendung im Fokus. Ziel ist es, echte Use Cases zu entwickeln und nicht nur theoretische Szenarien. Die Partnerschaft mit Rossmann ermöglicht genau das. Hier werden Innovation, Mut und Praxis vereint. Der Walker S2 wird in realen Arbeitsabläufen getestet. Dadurch entstehen belastbare Daten. Diese sind entscheidend für zukünftige Investitionen. Gleichzeitig wird deutlich, wie sich Technologie und Alltag verbinden lassen. Die Logistik wird so zum Experimentierfeld für moderne Robotik. Dies könnte langfristig ganze Branchen verändern.
Skalierbarkeit und Zukunftsperspektiven
Nach Abschluss des Tests will Rossmann ein skalierbares Konzept entwickeln. Dabei wird analysiert, in welchen Bereichen ein Roll-out sinnvoll ist. Außerdem wird geprüft, wie Automatisierung und Digitalisierung optimal kombiniert werden können. Die Ergebnisse des Projekts bilden die Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Besonders wichtig ist die Wirtschaftlichkeit. Nur wenn sich der Einsatz rechnet, wird er langfristig umgesetzt. Gleichzeitig spielen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit eine große Rolle. Die Logistik der Zukunft könnte dadurch deutlich effizienter werden. Rossmann positioniert sich damit als Vorreiter im Bereich humanoider Robotik.
Unterschätzte Perspektive: Mensch-Maschine-Interaktion im Alltag
Ein oft übersehener Aspekt ist die psychologische Wirkung humanoider Roboter im Arbeitsalltag. Anders als klassische Maschinen besitzen humanoide Systeme eine menschenähnliche Form. Das kann die Akzeptanz erhöhen, aber auch Unsicherheiten schaffen. Mitarbeitende müssen lernen, mit diesen Systemen zu interagieren. Gleichzeitig entsteht eine neue Dynamik im Team. Vertrauen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auch Schulungen und Change-Management werden wichtiger. Unternehmen müssen daher nicht nur technologisch, sondern auch kulturell investieren. Dieser Faktor entscheidet oft über den langfristigen Erfolg solcher Innovationen.
Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.













