Vorbei sind die Zeiten, in denen humanoide Roboter unsicher wirkten und nach wenigen Schritten scheiterten. Das 2023 in Shanghai gegründete Unternehmen Agibot zeigt auf der CES 2026, wie moderne Robotik heute aussieht. Mit einer einheitlichen KI-Plattform verbindet Agibot vier sehr unterschiedliche Robotertypen zu einem gemeinsamen System. Das Ergebnis sind agile, sichere und lernfähige Maschinen für Service, Industrie, Bildung und anspruchsvolle Außeneinsätze. Der Fokus liegt klar auf einer gemeinsamen Architektur, die Intelligenz, Bewegung und Interaktion zusammenführt.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Was macht Agibot-Roboter besonders?
- 3 Gemeinsame KI-Plattform als technologisches Fundament
- 4 KI-Training, Skill-Transfer und Serienfertigung
- 5 A2-Serie: Lebensgroße Humanoide für Service und Empfang
- 6 X2-Serie: Kompakte Humanoide für Bildung und Unterhaltung
- 7 G2-Serie: Humanoider Roboter für Industrie und Logistik
- 8 D1-Serie: Vierbeiniger Roboter für Inspektion und Notfalleinsätze
- 9 Technische Übersicht der Agibot-Modelle
- 10 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Agibot setzt auf eine gemeinsame KI-Plattform für humanoide und vierbeinige Roboter
- Der Ansatz „Ein Roboterkörper, drei Intelligenzen“ vereint Bewegung, Interaktion und Aufgabenlogik
- Fähigkeiten lassen sich per KI-Training zwischen Robotertypen übertragen
- Bereits mehrere tausend Roboter wurden serienmäßig produziert und ausgeliefert
- Einsatzbereiche reichen von Service und Bildung bis Industrie und Notfalleinsätzen
Was macht Agibot-Roboter besonders?
Agibot-Roboter nutzen eine gemeinsame KI-Plattform, die Wahrnehmung, Bewegung und Interaktion verbindet. Dadurch können Fähigkeiten zwischen verschiedenen Robotertypen übertragen werden, was Training spart und die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitert.
Gemeinsame KI-Plattform als technologisches Fundament
Im Zentrum aller Agibot-Modelle steht eine einheitliche Systemarchitektur. Sie folgt dem Prinzip „Ein Roboterkörper, drei Intelligenzen“. Gemeint sind Bewegungssteuerung, Interaktion und Aufgabenlogik. Diese drei Ebenen arbeiten eng zusammen. Alle Roboter werden mit demselben Trainingssystem geschult. Kameras, Tiefensensoren und Bewegungsrückmeldungen liefern kontinuierlich Daten. So lernt die KI, Sprache, Gesten und Körperbewegungen sinnvoll zu verknüpfen. Ein großer Vorteil ist der Skill-Transfer. Erlernte Fähigkeiten wie Greifen oder Navigieren lassen sich zwischen Modellen übertragen. Das senkt den Trainingsaufwand erheblich.
KI-Training, Skill-Transfer und Serienfertigung
Agibot setzt konsequent auf skalierbares KI-Training. Jede Bewegung liefert neue Daten für das System. Diese Daten verbessern die gesamte Plattform. Dadurch profitieren alle Robotertypen voneinander. Nach Angaben des Herstellers wurden bereits mehrere tausend humanoide Roboter gefertigt und ausgeliefert. Die Hardware ist klar auf Serienproduktion ausgelegt. Das zeigt den industriellen Anspruch des Unternehmens. Die Roboter kommen bereits heute im Service, in der Logistik, in der industriellen Fertigung und in Forschungseinrichtungen zum Einsatz. Agibot positioniert sich damit nicht als Experiment, sondern als marktreifer Anbieter.
A2-Serie: Lebensgroße Humanoide für Service und Empfang
X2-Serie: Kompakte Humanoide für Bildung und Unterhaltung
G2-Serie: Humanoider Roboter für Industrie und Logistik
Die G2-Serie richtet sich klar an industrielle Anwendungen. Der Roboter ist etwa zwei Meter hoch und trägt bis zu fünf Kilogramm pro Arm. Er verfügt über 27 Freiheitsgrade. Anders als klassische Humanoide bewegt er sich nicht auf Beinen, sondern auf einem rollenden Fahrwerk. Das erhöht Stabilität und Effizienz. Seine Hände sind mit taktilen Sensoren ausgestattet, die Kraft, Position und Temperatur messen. So sind präzise Aufgaben wie Sortieren oder kontrolliertes Greifen möglich. G2 kann autonom arbeiten oder per VR-Brille ferngesteuert werden. Ein duales Batteriesystem mit automatischer Docking-Ladung erlaubt Dauerbetrieb. Umfangreiche Sensorik und Sicherheitsfunktionen sichern den Einsatz in Mensch-Roboter-Umgebungen ab.
D1-Serie: Vierbeiniger Roboter für Inspektion und Notfalleinsätze
Die D1-Serie ergänzt das Portfolio um einen robusten Vierbeiner. Er ist für unwegsames Gelände ausgelegt. Das Gehäuse ist nach IP67 wetter- und staubgeschützt. Zur Ausstattung gehören LiDAR-Sensoren, Tiefenkameras und Positionssensoren. Funkmodule ermöglichen Bildübertragung und 5G-Kommunikation. Der Roboter kann laufen, springen und klettern. Seine Gangart passt er automatisch an unterschiedliche Untergründe an. Über eine SDK-Schnittstelle lassen sich Module integrieren. Dadurch eignet sich D1 für industrielle Inspektionen und Notfalleinsätze. Gerade in gefährlichen Umgebungen spielt er seine Stärken aus.
Technische Übersicht der Agibot-Modelle
| Modell | Typ | Höhe | Gewicht | Freiheitsgrade | Haupteinsatz |
|---|---|---|---|---|---|
| A2 | Humanoid | 1,69 m | 69 kg | 40 | Service, Empfang |
| X2 | Humanoid | 1,31 m | ca. 36 kg | 31 | Bildung, Unterhaltung |
| G2 | Humanoid mobil | ca. 2 m | – | 27 | Industrie, Logistik |
| D1 | Vierbeiner | – | – | – | Inspektion, Notfall |
Fazit
Agibot zeigt eindrucksvoll, wie eine gemeinsame KI-Plattform die Robotik voranbringt. Statt isolierter Systeme entsteht ein lernendes Ökosystem. Die vier Robotertypen decken ein breites Einsatzspektrum ab. Besonders der Skill-Transfer hebt Agibot von vielen Wettbewerbern ab. Damit wird klar: Humanoide Roboter sind keine Zukunftsvision mehr, sondern marktreife Werkzeuge mit echtem Mehrwert.
Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.
