Auf der CES in Las Vegas präsentieren Lucid Motors, Uber und Nuro erstmals das Serienfahrzeug für ihren gemeinsamen Robotaxi-Service. Grundlage ist der elektrische SUV Lucid Gravity, der bereits autonom auf öffentlichen Straßen getestet wird. Die Partner verfolgen ein klares Ziel: ein skalierbares Premium-Robotaxi mit Level-4-Autonomie, das noch 2026 in den kommerziellen Betrieb gehen soll. Der Fokus liegt auf Sicherheit, Komfort und industrieller Skalierbarkeit.
Inhalt
- 1 Worum geht es beim Robotaxi von Lucid, Uber und Nuro?
- 1.1 Gemeinsames Premium-Robotaxi-Programm mit klarer Strategie
- 1.2 Lucid Gravity als technische Basis des Robotaxis
- 1.3 Nuro Driver und das Sensor-Halo-Konzept
- 1.4 Hochleistungsrechner mit Nvidia Drive AGX Thor
- 1.5 Transparente Visualisierung für Fahrgäste
- 1.6 Ubers globale Robotaxi-Plattformstrategie
- 1.7 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Lucid, Uber und Nuro zeigen auf der CES 2026 das Serien-Robotaxi auf Basis des Lucid Gravity
- Uber investierte 300 Millionen US-Dollar in Lucid und plant 20.000 Fahrzeuge in sechs Jahren
- Das Fahrzeug nutzt die autonome Software Nuro Driver und ein neues 360-Grad-Sensorsystem
- Herzstück ist ein Hochleistungsrechner mit Nvidia Drive AGX Thor
- Erste Straßentests laufen bereits in San Francisco, der Rollout startet in der Bay Area
Worum geht es beim Robotaxi von Lucid, Uber und Nuro?
Lucid, Uber und Nuro entwickeln gemeinsam ein autonomes Robotaxi auf Basis des Lucid Gravity. Das Fahrzeug kombiniert Elektro-SUV-Technik, Level-4-Autonomie und Ubers Ridehailing-Plattform. Erste Tests laufen bereits, der kommerzielle Start ist für 2026 geplant.
Gemeinsames Premium-Robotaxi-Programm mit klarer Strategie
Die Zusammenarbeit der drei Unternehmen wurde bereits im Juli 2025 offiziell angekündigt. Ziel ist ein globales Premium-Robotaxi-Programm mit industriellem Maßstab. Uber untermauerte dieses Vorhaben im September 2025 mit einer Investition von 300 Millionen US-Dollar in Lucid. Damit soll die schnelle Kommerzialisierung gesichert werden. Uber plant, innerhalb von sechs Jahren mindestens 20.000 Lucid-Robotaxis auf seine Plattform zu bringen. Der erste Markt ist bewusst gewählt. Die San Francisco Bay Area gilt als Testfeld für autonome Mobilität. Regulierung, Infrastruktur und Nachfrage passen hier optimal zusammen.
Lucid Gravity als technische Basis des Robotaxis
Der Lucid Gravity bildet das Fundament des Robotaxi-Projekts. Der vollelektrische SUV bietet hohe Reichweite, große Batteriekapazität und einen besonders geräumigen Innenraum. Diese Eigenschaften sind entscheidend für den Dauereinsatz im Ridehailing-Betrieb. Lucid setzt auf eine speziell angepasste Fahrzeugarchitektur. Sensorik, Recheneinheit und Redundanzen sind von Beginn an integriert. Dadurch entfällt der nachträgliche Umbau. Das Ergebnis ist ein seriennahes Robotaxi, das sowohl Komfort als auch industrielle Zuverlässigkeit bietet.
Nuro Driver und das Sensor-Halo-Konzept
Für die autonome Fahrfunktion kommt die Software Nuro Driver zum Einsatz. Sie wird von einem Sensorarray der nächsten Generation unterstützt. Hochauflösende Kameras, Festkörper-Lidar und Radar sorgen für eine vollständige 360-Grad-Rundumsicht. Besonders auffällig ist der sogenannte Halo auf dem Dach. Dieses flache Modul ist aerodynamisch optimiert und maximiert die Sichtfelder. Zusätzlich sind Sensoren in die Karosserie integriert. Dadurch erkennt das Fahrzeug Objekte, Fahrspuren und Verkehrssituationen zuverlässig. Das System ist klar auf autonomes Fahren ab Level 4 ausgelegt.
Hochleistungsrechner mit Nvidia Drive AGX Thor
Ein zentrales Element des Robotaxis ist der Bordcomputer. Zum Einsatz kommt Nvidia Drive AGX Thor. Dieser Hochleistungsrechner verarbeitet die enormen Datenmengen der Sensoren in Echtzeit. Entscheidungen müssen innerhalb von Millisekunden getroffen werden. Nur so sind sichere autonome Fahrmanöver möglich. Erst im Herbst 2025 wurde bekannt, dass sowohl Uber als auch Lucid auf Nvidia-Technologie setzen. Damit ist klar: Das Robotaxi erfüllt die Hardware-Anforderungen für echtes Level-4-Fahren ohne ständige Cloud-Abhängigkeit.
Transparente Visualisierung für Fahrgäste
Ein besonderes Merkmal ist die geplante Innenraum-Visualisierung. Sie zeigt den Passagieren in Echtzeit, was das Robotaxi „sieht“. Außerdem wird der geplante Fahrweg dargestellt. Dazu gehören Bremsvorgänge, Spurwechsel oder das Anhalten an Ampeln. Auch das Aussteigenlassen von Fahrgästen wird visualisiert. Diese Transparenz soll Vertrauen schaffen. Gerade bei autonomen Fahrten ist das entscheidend. Lucid sieht darin einen wichtigen Faktor für die Akzeptanz beim Kunden.
Die ersten Straßentests begannen bereits im Dezember 2025 in San Francisco. Aktuell fahren die Fahrzeuge noch mit Sicherheitsfahrern. Fahrgäste sind noch nicht an Bord. Das soll sich 2026 ändern. Noch im laufenden Jahr sollen erste Nutzer mitfahren können. Damit rückt der kommerzielle Einsatz greifbar nahe. Die Partner betonen, dass Sicherheit und schrittweise Skalierung oberste Priorität haben.
Ubers globale Robotaxi-Plattformstrategie
Lucid und Nuro sind nicht Ubers einzige Partner. Uber versteht sich als offene Plattform. Ab 2027 will das Unternehmen weltweit bis zu 100.000 autonome Fahrzeuge integrieren. Kooperationen mit Volkswagen und Stellantis bestehen bereits. In München testet Uber Robotaxis mit Momenta. In Dubai läuft sogar schon ein Dienst mit WeRide. Das Lucid-Robotaxi ist dabei das Premium-Flaggschiff dieser Strategie.
Fazit
Das Robotaxi auf Basis des Lucid Gravity zeigt, wie ernst es Lucid, Uber und Nuro mit autonomer Mobilität ist. Serienfahrzeug, laufende Straßentests und klare Rollout-Pläne sprechen für einen baldigen Markteintritt. Die Kombination aus Premium-Elektro-SUV, leistungsfähiger KI-Hardware und globaler Plattform könnte den Robotaxi-Markt neu definieren. Wer autonome Mobilität verstehen will, kommt an diesem Projekt nicht vorbei.
Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.
