Kubota vertreibt demnächst Roboter für den Pflanzenschutz – und investiert dafür 6,5 Millionen Euro in das norwegische Start-up Kilter. Im Mittelpunkt steht der autonome Spot-Spray-Roboter Kilter AX-1, der Pflanzenschutzmittel mit KI-Unterstützung extrem präzise ausbringt. Ziel ist es, Herbizide drastisch zu reduzieren, Resistenzen zu vermeiden und Erträge zu steigern. Der Vertrieb erfolgt künftig über das Kubota-Händlernetz in Deutschland und den Niederlanden. Damit setzt Kubota ein klares Zeichen für mehr Präzision, Nachhaltigkeit und Automatisierung im Gemüsebau.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Was ist der Kilter AX-1 von Kubota?
- 3 Kubota investiert 6,5 Mio. Euro in Robotik
- 4 Autonomer Spot-Spray-Roboter mit 6×6 mm Präzision
- 5 Einsatz im Gemüsebau und erkannte Kulturen
- 6 300 kg leichter Roboter schont den Boden
- 7 Pelargonsäure als Glyphosat-Alternative
- 8 95 % weniger Mittel und 35 % Mehrertrag
- 9 Vertrieb über das Kubota-Händlernetz
- 10 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Kubota investiert 6,5 Mio. Euro in Kilter und bringt den AX-1 zur Serienreife.
- Der autonome Roboter arbeitet KI-gestützt mit 6×6 mm Rastergenauigkeit.
- Bis zu 95 % weniger Herbizid-Einsatz sind möglich.
- Bis zu 35 % Mehrertrag durch Vermeidung von Phytotoxizität.
- Vertrieb erfolgt künftig über das Kubota-Händlernetz in Deutschland und den Niederlanden.
Was ist der Kilter AX-1 von Kubota?
Der Kilter AX-1 ist ein autonomer, KI-gestützter Spot-Spray-Roboter für den Pflanzenschutz, der einzelne Herbizidtropfen mit 6×6 mm Präzision gezielt auf Unkräuter ausbringt und dadurch bis zu 95 % Pflanzenschutzmittel einspart.
Kubota investiert 6,5 Mio. Euro in Robotik
Kubota vertreibt demnächst Roboter für den Pflanzenschutz und stärkt damit seine Position im Bereich Smart Farming. Das Unternehmen investiert 6,5 Millionen Euro in das norwegische Start-up Kilter. Ziel ist es, den Spot-Spray-Roboter Kilter AX-1 zur Serienreife zu bringen. Die Finanzierung dient jedoch nicht nur der Produktentwicklung. Sie unterstützt auch die internationale Expansion der Technologie. Neben Kubota beteiligen sich weitere Investoren. Dazu zählen SBG Invest AS, Pymwymic und Nufarm. Gemeinsam treiben sie die Weiterentwicklung der präzisen Spritzentechnologie voran. Gleichzeitig übernimmt Kubota den Vertrieb in Deutschland und den Niederlanden.
Autonomer Spot-Spray-Roboter mit 6×6 mm Präzision
Der Kilter AX-1 ist ein autonomer Roboter für den Pflanzenschutz. Er arbeitet KI-gestützt und erkennt Unkräuter zuverlässig. Besonders beeindruckend ist die Rastergenauigkeit von 6×6 Millimetern. Dadurch kann der Roboter einzelne Herbizidtropfen gezielt auf jedes Unkraut setzen. Diese Spotspray-Technologie reduziert den Mitteleinsatz deutlich. Gleichzeitig werden Resistenzen vermieden. Auch Pflanzenschäden lassen sich reduzieren. Der erste Roboter wurde bereits 2021 auf den Markt gebracht. Seitdem wurde die Technik stetig weiterentwickelt. Ziel ist eine präzisere und nachhaltigere Unkrautbekämpfung.
Einsatz im Gemüsebau und erkannte Kulturen
Der Kilter AX-1 wird aktuell im Gemüsebau eingesetzt. Das KI-System erkennt derzeit 15 Kulturen. Dazu gehören Zwiebel, Pastinaken, Rukola, Wurzelpetersilie, Steckrübe, Spinat, Petersilie und Eisbergsalat. Weitere Kulturen sollen folgen. Die Technik funktioniert sowohl in Reihenkulturen als auch in dichten Beständen. Besonders bei Salat oder Spinat zeigt das System seine Stärke. Es erkennt kleinste Unkräuter frühzeitig. Dadurch kann sehr früh behandelt werden. Das erhöht die Effizienz deutlich. Gleichzeitig bleibt die Kulturpflanze unbeschädigt.
| Erkannte Kulturen (Auswahl) |
|---|
| Zwiebel |
| Pastinaken |
| Rukola |
| Wurzelpetersilie |
| Steckrübe |
| Spinat |
| Petersilie |
| Eisbergsalat |
300 kg leichter Roboter schont den Boden
Der Kilter AX-1 wiegt nur 300 Kilogramm. Das geringe Gewicht reduziert die Bodenverdichtung erheblich. Gerade im Gemüsebau ist das ein wichtiger Vorteil. Verdichtete Böden führen zu schlechterem Wurzelwachstum. Zudem können Ertragseinbußen entstehen. Der Roboter arbeitet autonom und effizient. Er kann sowohl konventionelle Herbizide als auch nicht-selektive Produkte einsetzen. Auch sehr kleine Unkräuter werden zuverlässig behandelt. Die Maschine arbeitet präzise und kontinuierlich. Dadurch wird jede Überfahrt optimal genutzt.
Pelargonsäure als Glyphosat-Alternative
Als Wirkstoff setzt Kilter bevorzugt Pelargonsäure ein. Diese Fettsäure wirkt wie ein Totalherbizid. Sie gilt als natürliche Alternative zu Glyphosat. Pelargonsäure kann aus Rapsöl gewonnen werden. Daher wird sie oft als Bio-Herbizid bezeichnet. Das Umweltbundesamt empfiehlt sie als weniger umweltschädliche Alternative zu chemischen Mitteln. Der Wirkstoff dringt in die Zellstruktur der Pflanzenblätter ein. Dort zerstört er die Zellwände. Die Pflanze vertrocknet und stirbt ab. Die Wirkung ähnelt damit Glyphosat, jedoch mit anderer Herkunft.
95 % weniger Mittel und 35 % Mehrertrag
Durch die Spot-Spray-Technologie lassen sich rund 95 Prozent Pflanzenschutzmittel einsparen. Der Grund ist einfach. Nur etwa fünf Prozent der Fläche sind tatsächlich mit Unkraut bewachsen. Der Roboter behandelt daher nur die betroffenen Stellen. Das senkt die Kosten deutlich. Gleichzeitig steigt der Ertrag um rund 35 Prozent. Ursache ist die vermiedene Phytotoxizität. Dabei wird die Kulturpflanze nicht durch Herbizid geschädigt. Das gesunde Wachstum bleibt erhalten. Somit profitieren Landwirte doppelt.
Vertrieb über das Kubota-Händlernetz
Kubota übernimmt künftig den Vertrieb des Kilter AX-1. Der Verkauf erfolgt über das bestehende Händlernetz in Deutschland und den Niederlanden. Damit erhält der Roboter Zugang zu einem etablierten Markt. Landwirte profitieren von Beratung und Service vor Ort. Gleichzeitig stärkt Kubota sein Portfolio im Bereich digitaler Pflanzenschutz. Die Partnerschaft zeigt, wie klassische Landtechnik und Start-up-Innovation zusammenarbeiten können. So entsteht eine praxisnahe Lösung für moderne Betriebe.
Fazit
Kubota vertreibt demnächst Roboter für den Pflanzenschutz – und setzt damit ein starkes Zeichen für Präzisionslandwirtschaft. Der Kilter AX-1 kombiniert KI, minimale Bodenbelastung und bis zu 95 % weniger Herbizid. Gleichzeitig sind bis zu 35 % Mehrertrag möglich. Mit 6,5 Mio. Euro Investition und dem Vertrieb über das Kubota-Netz startet die Technologie in Deutschland und den Niederlanden durch. Der autonome Pflanzenschutz wird damit realer denn je.
Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.
