In Hamburg startet ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt: Roboter liefern den Supermarkt-Einkauf direkt bis vor die Haustür. Der „Lieferbot 2.0“ rollt selbstständig durch die Großstadt, spricht mit Passanten und erkennt Ampelsignale. Mit 32 Litern Fassungsvermögen ersetzt er in ausgewählten Straßen den klassischen Lieferwagen. Rund 10.000 Haushalte im Umkreis des Rewe-Marktes Holsteinischer Kamp profitieren von der Innovation. Das Projekt zeigt, wie künstliche Intelligenz den Alltag verändert – leise, effizient und mitten auf dem Bürgersteig.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Was ist das Besondere am Hamburger Lieferroboter-Projekt?
- 3 Hightech auf Hamburgs Straßen
- 4 Rewe testet autonome Lieferung in Barmbek
- 5 Technik von Starship und starke Akkuleistung
- 6 Lieferung, Sortiment und Kosten im Überblick
- 7 Sicherheit und Schutz vor Diebstahl
- 8 Politische Unterstützung und Konkurrenzreaktionen
- 9 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Einmaliges Pilotprojekt in Hamburg-Barmbek für rund 10.000 Haushalte
- „Lieferbot 2.0“ fährt autonom mit 6 km/h durch die Stadt
- 32 Liter Fassungsvermögen, 38 Kilogramm Gewicht
- Lieferung in 30 bis 45 Minuten, erste Bestellung kostenlos
- Umfangreiche Sicherheitsmechanismen inklusive Alarmsirene
Was ist das Besondere am Hamburger Lieferroboter-Projekt?
In Hamburg testet Rewe erstmals in Deutschland einen autonomen Lieferroboter, der Einkäufe selbstständig innerhalb eines zwei Kilometer großen Radius ausliefert – mit KI-Steuerung, 18 Stunden Akkulaufzeit und direkter Haustürzustellung.
Hightech auf Hamburgs Straßen
Rewe testet autonome Lieferung in Barmbek
Initiator des Projekts ist REWE. Getestet wird im Umfeld des Marktes Holsteinischer Kamp im Hamburger Stadtteil Barmbek. Rund 10.000 Haushalte im Umkreis von zwei Kilometern können den Service nutzen. Geliefert wird von Montag bis Samstag. Die Zeiten reichen von 8 Uhr bis 21 Uhr. Der Einkauf kommt nicht mehr im Lieferwagen. Stattdessen rollt der Roboter bis zur Haustür. Dieses Pilotprojekt ist aktuell einmalig in Deutschland. Es soll zeigen, wie urbane Logistik nachhaltiger gestaltet werden kann. Gleichzeitig wird der Lieferverkehr reduziert.
Technik von Starship und starke Akkuleistung
Die Technologie stammt vom Unternehmen Starship Technologies. Der Akku hält bis zu 18 Stunden. Das ermöglicht viele Fahrten am Tag. Der Roboter erkennt, ob eine Ampel rot oder grün ist. Er überquert Straßen eigenständig. Die Sensorik analysiert permanent die Umgebung. Dadurch kann er sicher navigieren. Zudem kommuniziert er mit seiner Leitstelle. Das System ist auf urbane Bedingungen ausgelegt. Enge Gehwege oder dichter Verkehr stellen kein Problem dar.
Lieferung, Sortiment und Kosten im Überblick
Die Lieferzeit beträgt 30 bis 45 Minuten. Geliefert werden Obst, Gemüse und Backwaren. Auch Milchprodukte sind verfügbar. Zusätzlich gibt es Trockenware. Alkoholische Getränke und Tabakwaren sind ebenfalls bestellbar. Hier ist jedoch ein Altersnachweis erforderlich. Die erste Bestellung ist kostenlos. Ab der zweiten Lieferung fallen 1,99 Euro an. Wer für mindestens 35 Euro einkauft, zahlt keine Liefergebühr. Der Mindestbestellwert liegt bei 10 Euro.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Lieferzeit | 30–45 Minuten |
| Liefergebiet | 2 km Radius |
| Haushalte | ca. 10.000 |
| Lieferkosten | 0 € (1. Bestellung), danach 1,99 € |
| Kostenlos ab | 35 € Einkaufswert |
| Mindestbestellwert | 10 € |
| Akku | 18 Stunden |
| Fassungsvermögen | 32 Liter |
Sicherheit und Schutz vor Diebstahl
Der Lieferroboter verfügt über zahlreiche Schutzmechanismen. Wird das Fahrzeug angehoben, löst es sofort eine Alarmsirene aus. So wird ein Diebstahl erschwert. Das Transportfach bleibt während der Fahrt verschlossen. Erst am Ziel kann es geöffnet werden. Der Kunde entsperrt es per Smartphone. Dadurch bleibt die Ware geschützt. Die Sensorik erkennt ungewöhnliche Bewegungen. Zusätzlich wird jede Fahrt digital überwacht. Sicherheit hat im Pilotprojekt höchste Priorität.
Politische Unterstützung und Konkurrenzreaktionen
Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard betont die Bedeutung des Projekts. Sie erklärt, Innovation komme hier direkt auf den Bürgersteig. Hamburg setze Zukunftsideen aktiv um. Währenddessen beobachten andere Handelsketten die Entwicklung. Edeka arbeitet zwar an innovativen Lösungen, hat jedoch keinen vergleichbaren Roboter im Einsatz. Bei der Belieferung kooperiert das Unternehmen mit Picnic. ALDI Nord sieht sich weiterhin als stationärer Händler und plant keinen Lieferdienst. Auch Kaufland prüft digitale Neuerungen, plant aktuell aber keinen Robotereinsatz.
Fazit
Hamburg zeigt, wie urbane Logistik neu gedacht werden kann. Der „Lieferbot 2.0“ verbindet KI, Nachhaltigkeit und Kundennähe. Schnelle Lieferung, geringe Kosten und hohe Sicherheit machen das Projekt besonders spannend. Ob sich autonome Lieferroboter bundesweit durchsetzen, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: In Hamburg fährt die Zukunft bereits über das Kopfsteinpflaster.
Der Autor Nico Nuss beschäftigt sich seit 2001 mit den Themen Mobile Computing und Automation Software. Auf Grund seiner Erfahrung und dem starken Interesse für Zukunftstechnologien gilt seine Aufmerksamkeit den Themen Robotik und AI.
